Im Juni will die EU ihr „digitales grünes Zertifikat", den Impfpass auf dem Smartphone, starten und damit den Alltag und das Reisen erleichtern. Vorbild ist Israel, wo ein solcher Impfpass den Menschen bereits Zugang zu Veranstaltungen und den Eintritt in Restaurants und Cafés ermöglicht.

Den Impfpass in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone sollen alle in der EU lebenden Menschen unabhängig von ihrer Nationalität erhalten, außerdem soll er in der Schweiz, in Lichtenstein, Island und Norwegen anerkannt werden. Er bescheinigt eine Impfung mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff, eine überstandene Corona-Infektion, die zu Antikörpern geführt hat, sowie einen oder mehrere negative PCR-Tests oder Antigen-Schnelltests.
Größter Vorteil für den Inhaber eines solchen Zertifikats: Er/sie muss bei Reisen innerhalb der EU keinen COVID-Test nachweisen, um eine Quarantäne zu vermeiden, und er/sie kann ohne besonderen Grund reisen. Nicht alle EU-Mitgliedstaaten müssen dies allerdings akzeptieren. Der Impfpass ist auch kein Ersatz für einen Ausweis, sondern dient allein dazu, Tests und Quarantäne zu vermeiden. Um auch interkontinentale Reisen zu erleichtern, will die EU sich um eine weltweite Anerkennung ihres Zertifikats bemühen und im Gegenzug auch Impfpässe aus Israel oder anderen Ländern anerkennen.
Weitere Vorteile für die Nutzer kann jeder EU-Mitgliedstaat selbst festlegen. In Österreich soll mit dem Impfpass u. a. der Zugang zu Restaurants ermöglicht werden, in Griechenland der Zugang zu Hotels. Auch ohne staatliche Regelungen können (und werden) Fluggesellschaften, Konzertveranstalter oder Theater den Impfpass zur Öffnung und Erbringung ihrer Dienstleistungen nutzen.

https://www.dw.com/de/kurz-erkl%C3%A4rt-digitales-impf-zertifikat-der-eu/a-56905221