Die alljährliche Preiserhöhung der Deutschen Bahn trifft diesmal vor allem die Geschäftsreisenden und damit die deutschen Unternehmen, in deren Auftrag sie reisen. „Üblicherweise kommentieren wir Preiserhöhungen nur in Ausnahmefällen – dies ist einer“, sagt Hans-Ingo Biehl, Hauptgeschäftsführer des deutschen GeschäftsreiseVerbandes VDR.

„Denn leider reiht sich die Deutsche Bahn in den Reigen der Transportanbieter ein, die auf Zahlungen mit Kreditkarte ein Extra-Entgelt erheben“, kritisiert Biehl.

Das Kreditkartenentgelt ist dem VDR ein Dorn im Auge, seit die Deutsche Lufthansa es 2010 auf dem Geschäftsreisemarkt einführte. „Unternehmen haben nicht die Möglichkeit, auf alternative Zahlungsmethoden wie EC-Karte oder Rechnungsstellung auszuweichen, weil dies nicht in ihre etablierten Zahlungs- und Reportingprozesse passt“, so Biehl. „Eine Umstellung käme noch teurer als das Entgelt – deshalb schlucken die Unternehmen diese bittere Pille.“

Auch die Preiserhöhung in der 1. Klasse trifft vor allem die Geschäftsreisenden. „Die 1. Klasse ist insgesamt besser auf die Bedürfnisse von Firmenkunden abgestellt“, sagt Hans-Ingo Biehl. „Viele Geschäftsreisende geben der Bahn den Vorzug, weil sie nachhaltiger ist als das Flugzeug und weil die Reisezeit produktiv als Arbeitszeit genutzt werden kann. Durch die steigenden Preise bei der Bahn könnte sich der Trend aber umkehren.“