UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, berichtet von 98 Ländern, in denen es 2018 mehr Masern-Erkrankungen gab als ein Jahr zuvor.

Es wird befürchtet, dass Unruhen und Konflikte, Selbstzufriedenheit und die wachsende Impfgegnerschaft in vielen Ländern die jahrzehntelangen Erfolge bei der Bekämpfung dieser hoch ansteckenden und potenziell lebensbedrohlichen Infektionskrankheit zunichte machen. Masern sind ansteckender als Tuberkulose oder Ebola, können aber durch eine kostengünstige Impfung verhindert werden. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation stieg die weltweite Zahl der Masernfälle im Jahr 2018 um fast 50 Prozent an, rund 136.000 Menschen sind dabei gestorben. Die höchsten Steigerungsraten verzeichneten die Ukraine, die Philippinen und Brasilien. Allein in der Ukraine gab es mit 35.120 Fällen fast 30.000 mehr als 2017, Brasilien verzeichnete 10.262 Fälle und die Philippinen 15.599 (2017: 2.407).

Die Länder mit den höchsten Raten an (tödlichen) Masernerkrankungen waren die Ukraine (822 Fälle pro 1 Million Einwohner), Serbien (618), Albanien (481), Liberia (412), Georgien (398), Jemen (328), Montenegro (323) und Griechenland (227). Weitere Länder mit enormen Zuwächsen gegenüber 2017 sind Venezuela (plus 676 %), Madagaskar (plus 5.127 %), Sudan (plus 526 %) und Thailand (plus 136 %). In der westlichen Welt verzeichneten Frankreich eine Zunahme um 2.269 Fälle und die USA einen Anstieg um 559 Prozent von 120 auf 791.

Allerdings gibt es auch impfbedingte Erfolge zu verzeichnen. In Rumänien sanken die gemeldeten Fälle um 89 Prozent von 8.673 auf 943 und in Indonesien sank die Zahl um 65 Prozent von 11.389 auf 3.995. Auch Nigeria, Pakistan, Italien und China verzeichneten Rückgänge um 35 bis 55 Prozent. (Quelle)