Vor Jahren dominierte Peking als Stadt mit der höchsten Luftverschmutzung die Schlagzeilen. Inzwischen haben Neu-Delhi, Dhaka und andere asiatische Hauptstädte der chinesischen Metropole den zweifelhaften Rang abgelaufen. – In Asien befinden sich die zehn Hauptstädte mit den höchsten Feinstaub-Konzentrationen der Partikelgröße PM 2,5, die tief in die Lungen eindringen und zu Gesundheitsschäden führen können.

Neben den industriellen Abgasen, der hohen Abhängigkeit von Kohle für die Stromerzeugung usw. sind häufig auch topografische Umstände, etwa Höhen- und Kessellagen für die hohe Ansammlung von Schadstoffen in der Luft verantwortlich, sowie das Bevölkerungswachstum. Enge, von Wolkenkratzern gesäumte Straßenschluchten verschärfen die Lage. Die Folgen sind verheerend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit etwa sieben Millionen Menschen durch Luftverschmutzung sterben, mehr als zwei Drittel davon in Asien.

Hier ein genauerer Blick auf die am stärksten verschmutzten Hauptstädte der Welt, von denen die meisten in Asien liegen (Quelle):

1. Neu-Delhi, Indien. (Hauptursache der Luftverschmutzung ist einerseits die wachsende Mittelschicht der Stadt, die sich jetzt Autos leisten kann, sowie andererseits die armen Haushalte, die zum Heizen und Kochen alles nur Mögliche an offenen Feuern verbrennen. Hinzu kommen die vielen Baustellen).

2. Dhaka, Bangladesch. (Ziegelöfen sind für fast 60 Prozent der Luftverschmutzung verantwortlich. Baustellen und eine wachsende Zahl von Fahrzeugen tragen ebenfalls zu einem hohen Anteil an gefährlichen Feinstaubpartikeln bei).

3. Kabul, Afghanistan. (In den Wintermonaten, wenn die Einwohner Holz, tierische Fette und andere giftige Materialien zum Heizen verbrennen, ist die Luftverschmutzung am höchsten. Außerdem hat sich die Einwohnerzahl der Stadt in den letzten zehn Jahren verdreifacht, womit ein Anstieg der Verkehrs- und Fahrzeugemissionen einher ging).

4. Manama, Bahrain. (Die Emissionen aus Industrien wie Aluminiumverhüttung und Schiffsbau zählen neben dem Individualverkehr zu den Hauptursachen der hohen PM 2,5-Werte. Darüber hinaus enthält die Luft einen hohen Staub- und Sandanteil).

5. Ulaanbaatar (Ulan-Bator), Mongolei. (Die von Bergen umringte Stadt kann im Winter auf Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius abkühlen, wobei die Einwohner im Wesentlichen auf Holz und Kohle als Brennstoffe zurückgreifen).

6. Kuwait-Stadt, Kuwait. (Kuwait ist eines der am stärksten von Staubstürmen betroffenen Länder und die Hauptstadt weist besonders hohe Sandmengen in der Luft auf. Raffinerien, Ölfelder und Kraftwerke vor den Toren der Stadt tragen ebenfalls erheblich zur Luftverschmutzung bei).

7. Kathmandu, Nepal. (Wie Ulaanbaatar ist auch die Hauptstadt Nepals von Bergen umgeben, die – insbesondere bei Inversionswetterlagen – wochenlang verhindern, dass die Schadstoffe abziehen können. Hauptverursacher der Luftverschmutzung sind der zunehmende Fahrzeugverkehr und der Straßenbau).

8. Peking, VR China. (Dank politischer Entscheidungen und technischer Maßnahmen konnten die durchschnittlichen Schadstoffkonzentrationen in der Pekinger Luft gesenkt werden. Dennoch verzeichnen 89 Prozent aller chinesischen Städte PM 2,5-Werte, die weit über den WHO-Grenzwerten liegen. Peking bleibt nach wie vor eine der am stärksten verschmutzten Hauptstädte der Welt, wobei die Kohleverbrennung eine wichtige Rolle spielt).

9. Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate. (Wie andere Städte auf der Arabischen Halbinsel verzeichnet auch Abu Dhabi häufig Staubstürme und einen hohen Sandanteil in der Luft. Daneben tragen der Straßenverkehr und die Produktion von Aluminium, Eisen und Stahl zu den hohen Emissionen bei).

10. Jakarta¹, Indonesien. (Der motorisierte Verkehr ist in der 30-Millionen-Einwohner-Metropole Jakarta für schätzungsweise 70 Prozent der gefährlichen Feinstaubpartikel verantwortlich. Darüber hinaus befinden sich im Großraum Jakarta acht Kohlekraftwerke mit enormen Schadstoffemissionen).

¹Mit dem Bau einer neuen U-Bahn (MRT) will man nun Abhilfe schaffen. Die erste, 15,7 Kilometer lange U-Bahn-Strecke wurde am 24.03.2019 eröffnet. Sie führt vom Süden bis ins Stadtzentrum. Es ist geplant, die Route bis 2024 nach Norden hin zu erweitern. Gegenwärtig hält die Bahn an sechs unterirdischen und sieben oberirdischen Stationen (Info).

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