Mehrere Medien berichten, dass internationale Fluggesellschaften wie American Airlines, Delta, United Airlines, Singapore Airlines, Qantas, Emirates und Japan Airlines versteckte Videokameras und Mikrofone der Hersteller Panasonic und Thales in die Sitzlehnen ihrer Maschinen eingebaut haben, ohne die Passagiere darüber zu informieren.

Alle Airlines betonen zwar, dass die Systeme derzeit nicht genutzt würden, da keine dafür notwendige Software installiert sei. Das hält der Bürgerrechtler und Politiker Dr. Patrick Breyer aber für eine Ausrede: Eine vorhandene Hardware werde irgendwann auch eingesetzt, sonst müsse man sie gar nicht installieren.

Breyer fordert das Luftfahrt-Bundesamt in einem Schreiben vom 10.04.2019 auf, die Fluggesellschaften anzuweisen, »dass auf Passagiere gerichtete, nicht genutzte Kameras und Mikrofone in Luftfahrzeugen entfernt oder hardwareseitig funktionsuntüchtig gemacht und überklebt werden müssen«. Auch inaktive Kameras und Attrappen stellen nach deutschem Recht einen unzulässigen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Betroffenen dar. Reisende hätten ein Recht darauf, ohne Überwachungsdruck vertrauliche Gespräche zu führen, zu schlafen oder die PIN in ihr Smartphone einzugeben (Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3).