Die Einführung des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) der Europäischen Union sorgt weiterhin für erhebliche Bedenken in der Reisebranche. Berichte über massiv verlängerte Wartezeiten an den Grenzkontrollen haben die Europäische Kommission nun zu einem Zugeständnis bewogen:

Mitgliedstaaten dürfen die vollständige Implementierung des Systems um bis zu 150 Tage, also bis Anfang September 2026, aufschieben, um das befürchtete Chaos während der Hauptreisezeit im Sommer abzuwenden.

Das EES, das nach mehrjähriger Verspätung im Oktober 2025 schrittweise eingeführt wurde, verpflichtet Nicht-EU-Bürger bei der Einreise zur Abgabe von Fingerabdrücken und einem biometrischen Gesichtsscan, wodurch der manuelle Passstempel entfällt. Doch der „sanfte Start“ verlief alles andere als reibungslos. Insbesondere seit der Erhöhung der Erfassungsquote auf 35 Prozent im Januar kam es an vielen europäischen Flughäfen zu erheblichen Problemen. Der Flughafenverband ACI Europe meldete Verlängerungen der Bearbeitungszeiten um bis zu 70 Prozent und Wartezeiten von bis zu drei Stunden. Besonders betroffen sind wichtige Drehkreuze in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien und Spanien.

Die nun gewährte Flexibilität erlaubt es den Mitgliedstaaten, die EES-Einführung nach April um 90 Tage auszusetzen und zwischen Juni und September für weitere 60 Tage sogar wieder auf manuelle Passkontrollen umzustellen. Trotz dieser Maßnahme bleibt die Kritik bestehen. Der britische Reiseverband ABTA bemängelt, dass Notfallpläne an einigen Flughäfen nicht konsequent umgesetzt wurden, was zu den langen Schlangen führte. Für Geschäftsreisende und Travel Manager bedeutet dies eine anhaltende Unsicherheit und die Notwendigkeit, bei Reisen in und durch die EU weiterhin mit unvorhersehbaren Verzögerungen zu rechnen und ausreichend Zeitpuffer einzuplanen.

Quelle: Businesstraveller

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