Die Kombination aus Geschäfts- und Privatreise, bekannt als Bleisure Travel, erlebt derzeit einen beispiellosen Boom – angetrieben durch eine unerwartete Ursache: anhaltend hohe Flugpreise. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei südafrikanischen Geschäftsreisenden, die ihre Trips zunehmend strategisch planen, um den maximalen Wert aus den teuren Flügen zu ziehen.

Daten von Corporate Traveller belegen, dass Destinationen wie Sambia, Tansania, Kenia und das Vereinigte Königreich die Top-Ziele für diese verlängerten Aufenthalte sind.

Die Luftfahrtbranche kämpft weiterhin mit den Nachwirkungen globaler Störungen. Umgeleitete Langstreckenflüge dauern oft zwei bis fünf Stunden länger als vor der Krise, und die Preise für Kerosin haben sich drastisch erhöht. Der kumulative Effekt ist simpel: Einen Mitarbeiter zu einem Meeting nach Lusaka oder London zu schicken, kostet heute in Bezug auf Geld, Zeit und Reiseerschöpfung deutlich mehr als noch vor wenigen Monaten. Genau aus diesem Grund wird Bleisure für Geschäftsreisende immer attraktiver und für die Genehmigenden der Reisen immer sinnvoller.

Herman Heunes, General Manager von Corporate Traveller, erklärt die neue Strategie: ‚Wir beobachten, dass Kunden ihre Meetings bündeln, ihre Reiserouten sorgfältiger planen und Incentive-Möglichkeiten einbauen, bei denen Geschäftliches und Privates kombiniert werden. Wenn der Flug, der CO2-Ausstoß und die Zeit ohnehin schon investiert sind, kann man genauso gut mehr aus dem Aufenthalt herausholen.‘

Dieser Trend hat sich längst von einem netten Extra zu einer festen Unternehmensrichtlinie entwickelt. Eine Umfrage der Global Business Travel Association ergab, dass mittlerweile 43 Prozent der Geschäftsreiseprogramme definierte Bleisure-Richtlinien haben, wobei 71 Prozent der Einkäufer eine verbesserte Mitarbeiterzufriedenheit feststellen. Für kleine und mittlere Unternehmen, die nicht mit den Gehältern multinationaler Konzerne mithalten können, erweist sich eine durchdachte Bleisure-Politik als einer der wirkungsvollsten und kostengünstigsten Hebel zur Mitarbeiterbindung, selbst angesichts des enormen Kostendrucks.

Quelle: Tourism News Africa / Corporate Traveller