Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen zusehends, und dieser Trend manifestiert sich deutlich in der Reisebranche. Eine aktuelle Studie, der „Bleisure & Workation Monitor Deutschland“, beleuchtet erstmals systematisch die wachsende Bedeutung dieser Reiseformen für den deutschen Markt.
Die Ergebnisse zeigen: Bleisure, die Kombination aus Geschäftsreise und privatem Aufenthalt, ist bereits weit verbreitet und birgt erhebliches wirtschaftliches Potenzial, das jedoch noch nicht ausgeschöpft wird.**
Die im Januar 2026 veröffentlichte Untersuchung, für die rund 300 touristische Betriebe in Deutschland befragt wurden, kommt zu einem klaren Ergebnis: Etwa zwei Drittel der Unternehmen hatten bereits Gäste, die eine Geschäftsreise mit einem privaten Aufenthalt verbanden (Bleisure) oder mobil von einem Urlaubsort aus arbeiteten (Workation). Insbesondere Bleisure-Reisen generieren dabei eine zusätzliche Wertschöpfung für die Hotellerie, oft ohne nennenswerte Mehrkosten für die Betriebe.
Allerdings fehlt es vielerorts noch an einer strategischen Herangehensweise. Nur etwa ein Viertel der Betriebe, die bereits Bleisure-Gäste beherbergt haben, hat dafür auch spezifische Produkte oder Angebote entwickelt. Meist entstehen diese Aufenthalte spontan, ohne dass klare Preis- oder Kooperationsmodelle existieren. Das Thema Workation wird noch seltener gezielt adressiert und oft nicht klar von Bleisure abgegrenzt.
Auch in der Vermarktung zeigt sich ein fragmentiertes Bild. Während einzelne Betriebe bereits aktiv sind, spielen Destination Management Organisationen (DMOs) und Convention Bureaus bisher kaum eine strategische Rolle. Dabei sind sich rund 70 Prozent der befragten Betriebe einig, dass nachhaltige und erfolgreiche Angebote nur durch koordinierte, lokale Netzwerke entstehen können. Die vollständige Studie mit detaillierten regionalen Analysen und konkreten Handlungsempfehlungen für die Branche wird für den Sommer 2026 erwartet.
Quelle: Business travel