Was als Pandemie-Nebeneffekt begann, hat sich zu einem strukturellen Markttrend entwickelt: Die Verbindung von Geschäftsreise und Freizeit – Bleisure – sowie das ortsunabhängige Arbeiten vom Urlaubsort – Workation – sind in der Breite des Marktes angekommen. Das German Convention Bureau (GCB) reagiert darauf mit einem praxisorientierten Vertriebsseminar im September in Frankfurt am Main, dessen Ankündigung die wirtschaftliche Dimension des Trends deutlich macht: Bleisure- und Workation-Reisende bleiben länger, geben im Durchschnitt mehr Geld aus als reine Geschäftsreisende und verbessern die Auslastung außerhalb der klassischen Saisonzeiten.
Für Städte eröffnet die Zielgruppe die Chance, Geschäftsreisende als Freizeittouristen zu gewinnen und die Aufenthaltsdauer zu verlängern. Event-Locations können mit flexiblen Paketen, die berufliche und Freizeitaktivitäten kombinieren, zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Hotels profitieren von längeren Aufenthalten, besserer Auslastung in Nebenzeiten und höherer Wiederkehrquote, wenn sie Arbeits- und Erholungsbedürfnisse gleichermaßen bedienen. Inhaltlich reicht das Spektrum des Seminars von Zielgruppenanalyse und Buyer Personas über CRM-gestützte Angebotsplatzierung bis zu KPI-Steuerung und der Entwicklung verkaufsfähiger Pakete mit klarer Value Proposition.
Der Trend wird durch aktuelle Marktdaten untermauert: Laut Deloittes Sommerreise-Studie 2026 plant rund ein Drittel der US-Reisenden, während des längsten Sommerurlaubs zu arbeiten – ein deutlicher Anstieg gegenüber 23 Prozent im Vorjahr. Expedia beobachtet zudem vermehrt Buchungen mehrerer Hotels innerhalb einer Reise, unter anderem getrieben durch Bleisure-Verlängerungen. Für Arbeitgeber wirft der Trend zugleich Fragen auf – von A1-Bescheinigungen über Steuerpflichten bis zur Unfallversicherung –, die in vielen Reiserichtlinien noch nicht sauber geregelt sind.
Handlungsempfehlungen
Travel Manager sollten Bleisure-Regelungen explizit in der Reiserichtlinie verankern: Kostentrennung, Versicherungsschutz, Haftung und Genehmigungswege.
HR und Compliance sollten steuer- und sozialversicherungsrechtliche Grenzen von Workations (insbesondere im Ausland) definieren.
Hoteliers und MICE-Anbieter sollten buchbare Bleisure-Pakete mit klarer Preislogik entwickeln, statt den Trend nur passiv zu bedienen.
Reisende sollten private Verlängerungen vorab genehmigen lassen und private Kosten strikt getrennt abrechnen.
Quelle: eventmanager.de;
ergänzende Marktdaten: Deloitte 2026 Summer Travel Survey
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