Die Verschmelzung von beruflichen und privaten Reisen, bekannt als Blended Travel oder Bleisure, entwickelt sich von einem Nischenthema zu einem strategischen Handlungsfeld für Unternehmen. Beim ersten “Blended Travel Summit”, der Mitte Juli 2026 vom Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) und dem German Convention Bureau (GCB) in Frankfurt veranstaltet wurde, diskutierten rund 80 Experten aus Travel Management, HR, Hotellerie und Wissenschaft die Zukunft dieses Reisetrends.
Die Datenbasis ist eindeutig: Laut einer Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus verbinden bereits 67 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden berufliche Trips mit privaten Anteilen. 55 Prozent dieser Bleisure-Reisen finden im Rahmen von Business Events statt. Doch während die Nachfrage der Mitarbeiter wächst, hinken die unternehmensinternen Strukturen hinterher.
Der Summit identifizierte elf prioritäre Handlungsfelder, um Blended Travel zeitgemäss und rechtssicher umzusetzen. Im Fokus stehen dabei die Schaffung von Musterregelungen für Unternehmen und die Verankerung von Blended Travel in den Reiserichtlinien (Travel Policies). Bislang kämpfen Unternehmen vor allem mit Fragen der Compliance, der steuerlichen Abgrenzung, der Fürsorgepflicht (Duty of Care) und der versicherungstechnischen Deckung bei Unfällen während des privaten Reiseanteils.
Zudem fordert die Branche eine bessere technische Integration in bestehende Buchungs- und Abrechnungssysteme sowie den Abbau rechtlicher Hürden durch den Gesetzgeber. VDR-Geschäftsführer Jens Schließmann brachte es auf den Punkt: “New Work braucht New Mobility. Unternehmen stehen heute vor der Aufgabe, neue Freiräume zu ermöglichen und gleichzeitig Compliance, Fürsorgepflicht und Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.” Ein detailliertes Whitepaper mit konkreten Handlungsempfehlungen ist für Oktober 2026 angekündigt.
Handlungsempfehlungen:
HR & Travel Management: Bilden Sie interdisziplinäre Taskforces (Travel, HR, Legal, Tax), um klare interne Richtlinien für Bleisure und Workation zu definieren, bevor Mitarbeiter diese aktiv einfordern.
Risk Management: Klären Sie mit Ihrem Versicherer exakt ab, wann der Versicherungsschutz der Corporate Travel Insurance endet und wo die private Absicherung des Mitarbeiters greifen muss.
Reisende: Trennen Sie bei Blended Travel die beruflichen und privaten Ausgaben strikt und dokumentieren Sie den Übergang vom dienstlichen zum privaten Teil der Reise präzise.
Quelle: GCB German Convention Bureau
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