Unternehmen mit international tätigen Mitarbeitenden sehen sich zunehmend komplexen steuerlichen und rechtlichen Verpflichtungen gegenüber, die in der Praxis häufig unterschätzt werden. Besonders kritisch ist hierbei die kumulierte Präsenz von Beschäftigten in ausländischen Jurisdiktionen – also die aufsummierte Aufenthaltsdauer mehrerer Mitarbeitender in einem bestimmten Land über einen gewissen Zeitraum hinweg.

Kumulative Präsenz als unterschätzter Risikofaktor

Selbst kurze, wiederholte Aufenthalte einzelner Mitarbeitender in einem Land können dazu führen, dass das Unternehmen kritische Schwellenwerte überschreitet. In vielen Fällen entsteht dadurch das Risiko, dass lokale Steuerbehörden eine steuerliche Betriebsstätte („Permanent Establishment“) annehmen oder lohnsteuerliche Pflichten auslösen.

Zwei zentrale Risikobereiche: Betriebsstätte und Lohnsteuer

Besonders relevant sind zwei Bereiche:

  1. Betriebsstättenrisiken: Wenn mehrere Mitarbeitende – insbesondere mit Entscheidungskompetenz oder Handlungsvollmacht – regelmäßig in einem Land tätig sind, kann dies zur Begründung einer steuerpflichtigen Betriebsstätte führen. Dies hat umfangreiche steuerliche und administrative Folgen.
  2. Lohnsteuerrisiken: Wird eine bestimmte Anwesenheitsdauer überschritten, kann dies zu lokalen Lohnsteuerpflichten führen, unabhängig vom Bestehen einer Betriebsstätte. Schwellenwerte variieren – häufig gelten 183 Tage innerhalb eines rollierenden 12-Monats-Zeitraums, in manchen Ländern jedoch auch 180, 182 oder sogar nur 90 Tage.

Zudem gelten je nach Land unterschiedliche Schwellenwerte für Betriebsstätten- und Lohnsteuerfragen, was die Komplexität zusätzlich erhöht.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Die finanziellen und administrativen Auswirkungen bei Nicht-Compliance sind erheblich:

  • Verpflichtung zur Registrierung im betreffenden Land
  • Körperschaftsteuer auf zuzurechnende Gewinne (i. d. R. 20–35 %)
  • Verwaltungsaufwand von häufig über 50.000 Euro
  • Zusätzliche Risiken durch Strafzahlungen und Verzugszinsen

Auch für die Mitarbeitenden können erhebliche Belastungen entstehen – etwa durch lokale Lohnabrechnungspflichten, steuerliche Nachforderungen von bis zu 60 %, in Extremfällen sogar bis zu 150 %, sowie administrative Zusatzkosten von mehreren Tausend Euro.

Fazit

Die zunehmende Mobilität von Fachkräften erfordert ein vorausschauendes, risikoorientiertes Management internationaler Mitarbeitereinsätze. Eine sorgfältige Überwachung der kumulierten Auslandstage und eine enge Abstimmung mit Steuer- und Rechtsexperten sind unverzichtbar, um finanzielle und rechtliche Risiken zu vermeiden.

Quelle: www.getworkflex.com

Basierend auf Informationen von WorkFlex.com – Employee accumulated presence abroad: Compliance risks

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