Die Reise- und Hospitality-Branche gerät zunehmend und massiv ins Visier von Cyberkriminellen. Einem aktuellen, alarmierenden Bericht von Check Point Research zufolge verzeichnete der Sektor im Mai 2026 durchschnittlich 2.291 Cyberangriffe pro Organisation und Woche. Dies entspricht einem dramatischen Anstieg von 122 Prozent innerhalb der letzten drei Jahre. Diese gezielten Attacken sind kein Zufall, sondern fallen strategisch genau in die Hochphase der Sommerbuchungen, in der Millionen von Reisenden unter Zeitdruck Hotels und Flüge reservieren.

Besonders besorgniserregend ist die Flut an professionell gefälschten Buchungsportalen. Allein im Mai wurden fast 50.000 neue reisebezogene Domains registriert, von denen viele bekannte Marken wie Booking.com, Airbnb oder Skyscanner täuschend echt imitieren (z.B. booking-cn.com oder skyscanners.shop). Diese ausgeklügelten Phishing-Seiten zielen darauf ab, Kreditkartendaten, Login-Informationen und sogar direkte Vorauszahlungen von unachtsamen Reisenden abzugreifen. Oft werden gefälschte „Sommer-Sale“-Angebote genutzt, um künstlichen Zeitdruck aufzubauen.

Für das Corporate Security Management ergibt sich daraus ein akuter Handlungsbedarf. Die SAP Concur Global Business Travel Survey 2026 bestätigt die Brisanz: 44 Prozent der befragten Travel Manager sehen den Diebstahl sensibler Daten im Ausland mittlerweile als die größte Bedrohung für Geschäftsreisen an – noch vor geopolitischen Konflikten oder Unwettern. Wenn Mitarbeitende über kompromittierte Seiten buchen, gefährden sie nicht nur ihre persönlichen Daten, sondern öffnen Einfallstore in die Unternehmensnetzwerke und kompromittieren Firmenkreditkarten.

Handlungsempfehlungen

Für Travel Manager & IT-Security:

  • Mandatieren Sie zwingend die Nutzung offizieller Buchungskanäle (OBT – Online Booking Tools) oder des firmeninternen TMCs. Untersagen Sie das sogenannte „Open Booking“ auf frei zugänglichen Konsumentenportalen.
  • Erzwingen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für alle genutzten Reiseportale und Spesenmanagement-Tools im Unternehmen.
  • Implementieren Sie virtuelle Kreditkarten (V-Cards) für Hotel- und Flugbuchungen. Diese generieren für jede Transaktion eine einmalige Kartennummer, wodurch der Schaden bei einem Datenabfluss auf null minimiert wird.

Für Reisende:

  • Tippen Sie URLs von Buchungsportalen immer direkt in den Browser ein, anstatt Links aus E-Mails, SMS oder Social-Media-Anzeigen anzuklicken.
  • Seien Sie extrem misstrauisch bei Angeboten, die deutlich unter dem Marktpreis liegen oder extremen Zeitdruck aufbauen („Nur noch 1 Zimmer verfügbar!“).
  • Nutzen Sie in öffentlichen WLAN-Netzen (an Flughäfen, in Hotels oder Cafés) ausnahmslos ein VPN (Virtual Private Network), wenn Sie Reisedaten abrufen oder geschäftliche E-Mails bearbeiten.


Quelle: Check Point Research

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.

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