Die Wahrnehmung von Reisesicherheit hat sich grundlegend gewandelt. Eine aktuelle Umfrage von Global Rescue unter mehr als 1.200 internationalen Reisenden liefert ein ernüchterndes Bild: Nahezu niemand glaubt, dass internationale Reisen heute sicherer sind als noch vor einem Jahr. Diese Erkenntnis unterstreicht, wie tief das Bewusstsein für Risiken mittlerweile in der globalen Reiseplanung verankert ist.
Laut der „Spring 2026 Global Rescue Traveler Sentiment and Safety Survey“ geben weniger als ein Prozent der Reisenden an, sich weniger Sorgen um ihre persönliche Sicherheit bei Auslandsreisen zu machen. Im Gegensatz dazu berichten 56 Prozent von einer gestiegenen oder stark gestiegenen Besorgnis. Für 42 Prozent hat sich das Maß an Sorge nicht verändert, was auf eine anhaltende Grundanspannung hindeutet. Dan Richards, CEO von The Global Rescue Companies, fasst die Situation treffend zusammen: „Reisende sehen keine Verbesserung im globalen Risikoumfeld. Wir beobachten eine Spaltung zwischen denen, die eine Verschlechterung der Bedingungen wahrnehmen, und denen, die glauben, dass die Risiken anhaltend hoch bleiben – aber fast niemand sieht die Welt als sicherer an.“
Diese Wahrnehmung spiegelt die stetigen Auswirkungen globaler Instabilität wider. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, der andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie die anhaltende kartellbezogene Gewalt in Teilen Mexikos tragen maßgeblich zu diesem Sicherheitsgefühl bei. Interessanterweise zeigen sich bei der Risikowahrnehmung geschlechtsspezifische Unterschiede: 61 Prozent der Frauen berichten von einer gestiegenen Besorgnis, verglichen mit 53 Prozent der Männer. Dies deutet auf eine höhere Risikosensibilität bei weiblichen Reisenden hin.
Auch geografisch lassen sich Nuancen erkennen. Während 56 Prozent der in den USA ansässigen Befragten eine höhere Besorgnis äußern, liegt dieser Wert bei nicht-US-basierten Reisenden bei 52 Prozent. Über alle Segmente hinweg fällt jedoch das Fehlen eines signifikanten Rückgangs der Besorgnis auf. Die Daten zeigen deutlich, dass Reisende zwar unterschiedlicher Meinung darüber sein mögen, ob die Risiken steigen oder gleich bleiben, aber fast universelle Einigkeit darüber herrscht, dass sie nicht abnehmen.
Für Travel Manager und Unternehmen bedeutet dies, dass ein erhöhtes Risiko nicht mehr als episodisches Ereignis betrachtet werden kann, sondern zur erwarteten Basislinie geworden ist. Die Fürsorgepflicht (Duty of Care) erfordert daher robustere, proaktive Risikomanagement-Strategien, die über bloße Notfallpläne hinausgehen und die psychologische Sicherheit der Reisenden ebenso berücksichtigen wie die physische.
Quelle: Global Rescue