Während die physische Sicherheit auf Reisen, wie der Schutz vor Diebstahl oder gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen, in den Reiserichtlinien von Unternehmen und im Bewusstsein der Mitarbeiter meist fest verankert ist, wird die ebenso kritische digitale Sicherheit häufig sträflich vernachlässigt.

Auf Geschäftsreisen bewegen sich Mitarbeiter zwangsläufig in unsicheren und unkontrollierbaren digitalen Umgebungen. Die Nutzung von öffentlichen, oft nur unzureichend oder gar nicht gesicherten WLAN-Netzwerken in Hotels, an Flughäfen, in Bahnhöfen, Cafés oder Konferenzzentren birgt erhebliche und oft unsichtbare Risiken, die von vielen Reisenden in der Hektik des Alltags immer noch massiv unterschätzt werden.

Eine aktuelle Studie des Fachmediums “Chefsache Business Travel” liefert alarmierende Zahlen, die den Handlungsbedarf unterstreichen: Obwohl sich 70 Prozent der befragten Geschäftsreisenden der grundsätzlichen Gefahren von Cyberangriffen wie Phishing, Malware oder Datendiebstahl bewusst sind, agieren sie in der Praxis oft unvorsichtig und öffnen damit professionellen Hackern Tür und Tor. Das schnelle, ungesicherte Einloggen in das Hotel-WLAN, um kurz E-Mails zu checken, auf das Firmennetzwerk zuzugreifen oder an vertraulichen Videokonferenzen teilzunehmen, kann fatale Folgen haben. Cyberkriminelle nutzen gezielt solche öffentlichen Netzwerke für sogenannte “Man-in-the-Middle”-Angriffe. Dabei schalten sie sich unbemerkt zwischen den Laptop des Reisenden und das Internet, um den gesamten Datenverkehr abzufangen, mitzulesen und zu manipulieren. Die Angreifer können so nicht nur persönliche Daten wie Passwörter und Kreditkarteninformationen erbeuten, sondern vor allem auch hochsensible und geschäftskritische Unternehmensdaten. Dazu gehören Konstruktionspläne, Geschäftsstrategien, Kundendatenbanken, Preislisten oder Forschungs- und Entwicklungsergebnisse. Der Diebstahl oder die Manipulation solcher Informationen kann für Unternehmen existenzbedrohende wirtschaftliche Schäden, den Verlust von Wettbewerbsvorteilen und einen erheblichen, oft irreparablen Reputationsverlust nach sich ziehen.

Angesichts dieser wachsenden und sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungslage sind Unternehmen dringend gefordert, ihre Reiserichtlinien um klare, verständliche und vor allem verbindliche Vorgaben zur IT-Sicherheit zu ergänzen und deren Einhaltung konsequent zu überprüfen. Zu den unverzichtbaren technischen und organisatorischen Maßnahmen gehören die verpflichtende Nutzung einer VPN-Verbindung (Virtual Private Network) zur Verschlüsselung des gesamten Datenverkehrs, die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle wichtigen Unternehmensanwendungen, die regelmäßige Durchführung von Sicherheitsupdates auf allen mobilen Endgeräten und die Sensibilisierung der Mitarbeiter durch regelmäßige, praxisnahe Schulungen. Ebenso wichtig ist das strikte Verbot der Nutzung von öffentlichen, ungesicherten USB-Ladestationen (“Juice Jacking”) und die Etablierung klarer Prozesse und Meldewege für den Fall eines Sicherheitsvorfalls. Eine proaktive und umfassende Strategie zur digitalen Sicherheit auf Reisen ist kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit, um die wertvollsten Güter eines modernen Unternehmens – seine Daten, seine Innovationen und seine Mitarbeiter – wirksam zu schützen.

Quelle: Chefsache Business Travel

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