Die Zeiten, in denen Geschäftsreisen allein nach dem Kriterium der Kostenersparnis gebucht wurden, sind endgültig vorbei. Die zunehmende Bedeutung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) und die verschärfte Sorgfaltspflicht (Duty of Care) zwingen Unternehmen zu einem grundlegenden Umdenken.
Eine Reiserichtlinie muss heute nicht nur budgetkonform sein, sondern auch einer strengen ESG-Prüfung standhalten. Die Verpflichtung zur Reduzierung von CO2-Emissionen, wie sie beispielsweise im südafrikanischen Klimaschutzgesetz für den Zeitraum 2026-2030 festgelegt ist, macht die genaue Erfassung und Steuerung von reisebedingten Emissionen unerlässlich.
Geschäftsreisen fallen unter die Scope-3-Emissionen, die die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens umfassen. Für viele dienstleistungsbasierte Unternehmen machen sie den größten Teil ihres CO2-Fußabdrucks aus. Die genaue Messung dieser Emissionen ist jedoch eine große Herausforderung, insbesondere wenn Mitarbeiter außerhalb der offiziellen Buchungskanäle buchen. Jede Abweichung vom geplanten Reiseverlauf, sei es durch Flugausfälle, Umbuchungen oder alternative Transportmittel, führt zu Datenlücken in der Emissionsbilanz. Dies stellt nicht nur ein Reiserisiko, sondern auch ein regulatorisches Risiko dar. Unternehmen müssen daher ihre Reiserisiken gemäß ISO 31030 strukturieren und klare Eskalationspfade und Notfallpläne entwickeln. Die Auswahl von bevorzugten Anbietern wird zunehmend von deren Fähigkeit abhängen, konsistente Emissionsdaten zu liefern und glaubwürdige Fortschritte bei der Reduzierung ihres eigenen CO2-Fußabdrucks nachzuweisen.
Die Travel-Management-Unternehmen (TMCs) sind gefordert, ihre Kunden bei der Einhaltung dieser neuen Anforderungen zu unterstützen und eine lückenlose Datenerfassung sicherzustellen.
Quelle: insidetravel.news