Reisende Führungskräfte sind anderen und höheren Risiken ausgesetzt als reguläre Mitarbeitende – und klassische Reiserichtlinien greifen für diese Zielgruppe zu kurz. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Analyse der auf Reisesicherheit spezialisierten Incident Management Group (IMG), die seit 1995 Unternehmen im Travel Risk Management berät.

Der Kern des Arguments: Topmanager reisen zu Akquisitionsverhandlungen, Investorenterminen und Regierungskontakten – und sind dabei öffentlich sichtbar. Konferenzprogramme, Keynote-Ankündigungen, Unternehmenswebsites und Medienberichte ergeben zusammengenommen ein präzises Bewegungsprofil: wo sich eine Führungskraft aufhält, wen sie trifft und wie lange sie bleibt. Kriminelle Organisationen kombinieren zunehmend digitale Recherche mit physischer Überwachung, um hochwertige Ziele zu identifizieren. Hinzu kommt ein neues geopolitisches Risiko: Einige Staaten zeigen wachsende Bereitschaft, ausländische Staatsangehörige als politisches Druckmittel zu nutzen – ein Szenario, für das viele Reiseprogramme nie konzipiert wurden.

Die Analyse plädiert für einen Paradigmenwechsel von statischen Länder-Risikoklassen hin zu dynamischer, reisebezogener Lagebewertung. Entscheidend sei nicht nur, wohin eine Führungskraft reist, sondern was dort während der konkreten Reisedaten stattfindet: Wahlen, Streiks, Gipfeltreffen oder Großveranstaltungen können das Risikoprofil einer als stabil geltenden Destination kurzfristig verändern. Zudem verschmelzen Cyber- und Reisesicherheit: Flughafen-WLAN, Hotelnetzwerke und öffentliche Ladestationen eröffnen Angriffsflächen, und selbst harmlos wirkende Social-Media-Posts von Familienmitgliedern oder Assistenzen können Reisedetails preisgeben.

Gute Programme zeichnen sich der Analyse zufolge durch trip-bezogene Bewertungen, laufendes Lagemonitoring, integrierte Cyber-Hygiene, verlässliche Kommunikationswege und definierte Entscheidungsbefugnisse im Krisenfall aus – ohne die Privatsphäre der Führungskräfte durch Dauerüberwachung zu verletzen.

Handlungsempfehlungen

Corporate-Security-Verantwortliche sollten für C-Level-Reisen ein separates Schutzkonzept mit reisespezifischen Briefings etablieren und Reisegenehmigungen an aktuelle Lagebewertungen koppeln.

Travel Manager sollten prüfen, welche Reisedaten von Führungskräften öffentlich einsehbar sind, und Buchungsprozesse für sensible Reisen abschirmen.

Führungskräfte selbst sollten auf öffentliche Netzwerke verzichten, dedizierte Reisegeräte nutzen und Check-in-Verfahren mit dem Sicherheitsteam vereinbaren.

Executive Assistants sollten in Kommunikations- und Notfallprotokolle eingebunden werden.

Quelle: Incident Management Group (IMG) / FoneTrac – Fachbeitrag „Why Executive Travelers Face Different Risks Than Other Employees“, Juli 2026

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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