Die globale Geschäftsreisebranche steuert auf ein historisches Ausgabenhoch zu, doch das Wachstum wird primär von der Inflation und nicht von mehr Reisenden getragen. Das ist das Kernergebnis des „2026 GBTA Business Travel Index“ (BTI), der von der Global Business Travel Association (GBTA) und Visa veröffentlicht wurde. Der Bericht prognostiziert, dass die weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen im Jahr 2026 um 7,2 Prozent auf einen Rekordwert von 1,71 Billionen US-Dollar steigen werden. Bis 2030 soll sogar die Marke von 2 Billionen US-Dollar überschritten werden.

Interessant ist jedoch die Diskrepanz zwischen den Ausgaben und dem tatsächlichen Reisevolumen, das der BTI in diesem Jahr erstmals quantifiziert. Während die Kosten um über sieben Prozent klettern, wächst die Zahl der Geschäftsreisen weltweit nur marginal um 1,3 Prozent – von 1,82 Milliarden im Jahr 2025 auf voraussichtlich 1,84 Milliarden im Jahr 2026. Dies belegt eindrucksvoll, wie stark gestiegene Preise für Flüge, Hotels und Verpflegung die Budgets der Unternehmen belasten. Die GBTA-CEO Suzanne Neufang fasst zusammen: „Unternehmen reisen nicht weniger, aber sie sind zunehmend selektiver und produktivitätsorientierter. Die Ausgaben steigen schneller als das Reisevolumen, was den Wert jeder einzelnen Reise in den Fokus rückt.“

Regional zeigt sich ein differenziertes Bild: Die USA (423 Mrd. USD) und China (403,7 Mrd. USD) dominieren den Markt und machen zusammen 48 Prozent der globalen Ausgaben aus. Während der Nahe Osten aufgrund geopolitischer Konflikte einen Einbruch des Reisevolumens um 12,3 Prozent erwartet, treiben Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und Technologie das Wachstum in Nordamerika und Asien-Pazifik an. In Europa und Asien bleibt der Druck durch hohe Energiekosten und Lieferkettenprobleme bestehen. Trotz der Kostensteigerungen gaben 74 Prozent der 4.700 befragten Geschäftsreisenden an, genauso viel oder mehr zu reisen als in den Vorjahren.

Handlungsempfehlungen

Travel Manager müssen Budgets für 2027 zwingend an das höhere Preisniveau anpassen und dürfen nicht auf sinkende Tarife hoffen. Der Fokus sollte auf der Messung des Return on Investment (ROI) von Reisen liegen, um die gestiegenen Kosten intern zu rechtfertigen.

Einkäufer sollten moderne Zahlungstechnologien (Virtual Cards, automatisierte Spesenabrechnung) implementieren, um Ausgaben präziser zu steuern und Daten für künftige Verhandlungen zu gewinnen. Bei der Lieferantenauswahl in Asien und Europa sollten Preisgleitklauseln für Energie- und Treibstoffkosten genau geprüft werden.

Quelle

Global Business Travel Association

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

GESCHÄFTSREISE NEWS
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.