Die Global Business Travel Association (GBTA) hat gemeinsam mit dem Travel-Management-Unternehmen ALTOUR ihre neue globale Geschäftsreiseprognose für 2027 vorgelegt. Die zentrale Botschaft für Einkäufer und Travel Manager: Die Preise für Flüge, Hotels, Mietwagen sowie Meetings und Events bleiben bis Jahresende 2026 auf hohem Niveau. Erst 2027 ist mit einer spürbaren Abschwächung der Preisdynamik zu rechnen – eine Rückkehr auf das Niveau von 2025 ist jedoch nicht in Sicht.
Als dominierende Kostentreiber identifiziert der Bericht Energiepreise und Lohnkosten. Die Schließung der Straße von Hormus im Frühjahr 2026 löste die größte Ölversorgungsstörung der Geschichte aus und trieb die Kerosinpreise weltweit in die Höhe. Obwohl sich die Treibstoffpreise inzwischen von ihren Höchstständen entfernt haben, wirken die Effekte fort. Parallel steigen die Personalkosten bei Airlines, Hotels und Veranstaltungsdienstleistern durch Tarifabschlüsse und anhaltenden Fachkräftemangel.
Konkret erwartet die Prognose für 2026 einen Anstieg der globalen Durchschnittsflugpreise um 4,7 Prozent auf 756 US-Dollar. Economy-Tarife verteuern sich um 8,7 Prozent, Premium-Tarife sogar um 9,5 Prozent auf durchschnittlich 4.488 US-Dollar. 2027 sollen die Zuwächse auf 1,5 Prozent abflachen. Hotelraten steigen 2026 global um 3,7 Prozent auf 168 US-Dollar pro Nacht, 2027 nur noch um 1,8 Prozent. Bei Meetings und Events klettern die Kosten pro Teilnehmer und Tag 2026 um rund drei Prozent auf 263 US-Dollar. Auffällig sind die regionalen Unterschiede: Während EMEA mit 0,6 Prozent Hotelpreiswachstum der stabilste Markt bleibt, verzeichnet Lateinamerika mit 9,5 Prozent die stärksten Zuwächse.
Die Autoren betonen, dass strukturelle Faktoren wie Flugzeuglieferverzögerungen, SAF-Quoten und geopolitische Unsicherheit das Preisniveau dauerhaft anheben. Statt globaler Durchschnittswerte sollten Einkäufer Kosten künftig nach Region, Markt und Kategorie differenziert bewerten.
Handlungsempfehlungen
Travel Manager sollten Budgets für 2027 nicht auf sinkende Preise auslegen, sondern mit einem dauerhaft erhöhten Kostenniveau planen. Für die anstehenden Hotelverhandlungen empfiehlt sich eine regional differenzierte Strategie: In EMEA lassen sich angesichts schwacher Nachfrage Zugeständnisse erzielen, in Lateinamerika und APAC sind frühzeitige Ratenabsicherungen ratsam.
Einkäufer sollten Premium-Kabinen-Richtlinien überprüfen, da hier der stärkste Preisdruck herrscht.
Event Manager sollten F&B- und Produktionskosten in Verträgen mit Preisgleitklauseln absichern.
Quelle: Global Business Travel Association (GBTA)
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