Business-Event-Verantwortliche aus den Golfstaaten setzen auf eine doppelte Strategie: international als stärker vernetzter Wirtschafts- und Veranstaltungsraum auftreten, gleichzeitig aber die Eigenständigkeit der einzelnen Destinationen sichtbar halten. Auf dem Arabian Travel Market 2026 in Dubai diskutierten Vertreter aus Bahrain, Katar, Oman, Ras Al Khaimah und der Veranstaltungswirtschaft darüber, wie Zusammenarbeit und Wettbewerb im MICE-Geschäft kombiniert werden können. Der Tenor: Eine gemeinsame regionale Erzählung kann Nachfrage bündeln, darf aber nicht dazu führen, dass sich Standorte im Angebot austauschbar präsentieren.

Für europäische Unternehmen ist dies bei der Planung von Incentives, Fachkongressen und Kundenveranstaltungen relevant. Im GCC entstehen oder erweitern sich parallel Hotels, Veranstaltungsorte und touristische Infrastruktur. Gleichzeitig unterscheiden sich Flugverbindungen, regulatorische Rahmenbedingungen, Einreiseprozesse, lokale Lieferketten, Eventformate und Sicherheitslagen erheblich. Wer nur nach der günstigsten Venue oder der kürzesten Flugzeit entscheidet, übersieht schnell, dass ein passendes Destinationsprofil für Teilnehmererlebnis, Programmgestaltung, Budget und Krisenresilienz ausschlaggebend sein kann.

Die Diskussion unterstreicht zudem, dass Business Events nicht isoliert von der allgemeinen Destinationsentwicklung betrachtet werden. Venue-Kapazitäten, Unterkunftsangebote, Mobilität und lokale Erlebnisse müssen zusammenspielen. Das ist für Event Manager eine Chance, aber auch ein Beschaffungsrisiko: Neue Märkte bieten häufig hohe Aufmerksamkeit und attraktive Angebotsbedingungen, erfordern jedoch besonders sorgfältige Standortprüfung. Die wachsende Vernetzung der Region ersetzt keine individuelle Due Diligence für das konkrete Land, den Veranstaltungsort und die jeweiligen Teilnehmerprofile.

Handlungsempfehlungen: Event Manager sollten bei GCC-Ausschreibungen einen einheitlichen Bewertungsrahmen für Erreichbarkeit, Venue-Kapazität, Hotelkontingente, Einreise, lokale Transportwege, Sicherheitsdienstleister und medizinische Versorgung verwenden. Procurement sollte nicht nur Kostenangebote, sondern auch Storno- und Force-Majeure-Regelungen vergleichen. Corporate Security braucht für größere Gruppen ein destinationsspezifisches Lagebild und klare Eskalationswege. Für mehrjährige Eventserien kann eine Portfolio-Strategie sinnvoll sein: mehrere geprüfte Destinationen schaffen Auswahl, ohne die Veranstaltung in eine beliebige Regionstour zu verwandeln.

Quelle: World Travel Market / Arabian Travel Market

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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