Die globale Geschäftsreisebranche sieht sich im Frühjahr 2026 mit einer deutlichen Eintrübung der Stimmung konfrontiert. Eine aktuelle Umfrage der Global Business Travel Association (GBTA) unter mehr als 500 Travel Managern und Anbietern weltweit zeigt, dass das Vertrauen in die Branche drastisch gesunken ist.

Während im Januar noch 59 Prozent der Befragten optimistisch in die Zukunft blickten, fiel dieser Wert im April auf lediglich 41 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Pessimisten von 9 Prozent auf 24 Prozent fast verdreifacht.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung in Europa, wo der Pessimismus nun den Optimismus überwiegt. Nur noch 21 Prozent der europäischen Befragten äußerten sich zuversichtlich, während 38 Prozent eine negative Erwartungshaltung einnahmen. Dieser drastische Stimmungsumschwung wird maßgeblich durch die zunehmende geopolitische Instabilität getrieben, die sich als dominierendes Risiko für die Branche etabliert hat.

Fast acht von zehn Befragten (79 Prozent) nannten geopolitische Konflikte als das größte reisebezogene Risiko. In Europa liegt dieser Wert sogar bei 92 Prozent. Die anhaltenden Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, haben konkrete Auswirkungen auf die operativen Entscheidungen von Unternehmen. 76 Prozent der Travel Manager gaben an, dass diese Konflikte moderate bis signifikante Auswirkungen auf ihre Geschäftsreise- und Meeting-Planungen haben. Bei den Reiseanbietern spüren sogar 83 Prozent materielle Effekte bei ihren Kunden.

Die Konsequenzen für das Travel Risk Management sind weitreichend. Die Hälfte der befragten Unternehmen hat bereits Routen und Reisepläne geändert oder Reisen in bestimmte Regionen komplett ausgesetzt. Zudem gaben 36 Prozent an, ihre Duty-of-Care-Richtlinien (Fürsorgepflicht) aufgrund der aktuellen Lage neu zu bewerten. Suzanne Neufang, CEO der GBTA, betonte, dass es sich nicht um einen generellen Rückzug von Geschäftsreisen handele, sondern um einen bewussteren und sorgfältiger gesteuerten Ansatz.

Unternehmen reisen und treffen sich weiterhin, passen sich jedoch an steigende Kosten, operative Reibungsverluste und eskalierende geopolitische Spannungen an. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende strategische Bedeutung von erfahrenen Travel Managern. Ihre Rolle ist entscheidender denn je, um Reisende zu schützen, Risiken und Störungen zu navigieren und Budgets zu kontrollieren, damit Unternehmen weiterhin global agieren können. Die Branche muss sich auf eine Phase einstellen, in der Flexibilität und proaktives Risikomanagement die Schlüssel zum Erfolg sind.

Quelle: Hospitality Net / GBTA

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