Die Global Business Travel Association (GBTA) schlägt Alarm: Geplante Verschärfungen bei den Anforderungen für die ESTA-Beantragung zur Einreise in die USA könnten den globalen Geschäftsreiseverkehr empfindlich treffen.
In einer formellen Stellungnahme an die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde warnt der Verband vor den weitreichenden negativen Folgen der vorgeschlagenen Änderungen, die unter anderem die Abfrage von Social-Media-Konten, mehrjährigen Telefonnummern und E-Mail-Adressen sowie erweiterte Familienangaben und potenziell biometrische Daten umfassen.
Die GBTA befürchtet, dass diese übermäßig aufwändigen Datenerfassungsmaßnahmen nicht nur die Mobilität von Unternehmen beeinträchtigen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der USA als bevorzugtes Ziel für internationale Reisen und Konferenzen schwächen könnten. „Sicherheit und effiziente Geschäftsreisen schließen sich nicht gegenseitig aus“, betonte GBTA-CEO Suzanne Neufang. Ein ausgewogener Ansatz sei entscheidend, um die nationale Sicherheit zu stärken, ohne die USA als globales Wirtschaftszentrum zu isolieren.
Die Besorgnis in der Branche ist groß. Eine GBTA-Umfrage vom Januar 2026 unter über 570 Reiseprofis aus 40 Ländern zeichnet ein düsteres Bild: 78 % der Befragten sind besorgt, 65 % erwarten eine deutlich kompliziertere Reiseverwaltung und 63 % rechnen mit höheren Kosten. Besonders alarmierend: 67 % der europäischen Fachleute gehen davon aus, dass Mitarbeiter Reisen in die USA bei einer Pflicht zur Offenlegung umfangreicher persönlicher Daten meiden würden. Dies könnte dazu führen, dass Unternehmen ihre Meetings und Investitionen vermehrt in andere Märkte verlagern – 43 % der Befragten gaben an, dass ihre Firmen eher dazu neigen würden, Konferenzen außerhalb der USA abzuhalten. Angesichts eines wirtschaftlichen Einflusses von Geschäftsreisen in den USA von 484 Milliarden US-Dollar allein im Jahr 2022 stehen erhebliche wirtschaftliche Risiken im Raum.
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