Die Zeiten, in denen Dienstreisen ausschließlich als reiner Kostenfaktor oder logistische Notwendigkeit betrachtet wurden, scheinen endgültig vorbei zu sein. Eine aktuelle Erhebung der Business Travel Show Europe belegt einen signifikanten Wandel in der Wahrnehmung von Geschäftsreisen: Sie entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Element der Mitarbeitergewinnung und -bindung.
Innerhalb der vergangenen zwölf Monate stieg der Anteil der Unternehmen, die geschäftliche Mobilität aktiv als „Benefit“ in ihrem Employee Value Proposition (EVP) verankern, von 18,5 Prozent auf 20,2 Prozent an. Gleichzeitig sank der Anteil der Unternehmen, die dieses Instrument ignorieren, von 57,1 Prozent auf 52,1 Prozent. Besonders bemerkenswert ist die qualitative Ausgestaltung dieser Reise-Benefits: Fast sechs Prozent der befragten Organisationen räumen ihren Mitarbeitenden mittlerweile explizit das Recht auf sogenannte Bleisure-Reisen ein – also die Verbindung von beruflichen Terminen mit privaten Urlaubsverlängerungen. Weitere 1,7 Prozent gestatten sogar ausgewachsene Workations, bei denen über einen längeren Zeitraum von einer Urlaubsdestination aus gearbeitet wird.
Diese Entwicklung spiegelt ein verändertes Werteverständnis innerhalb der Belegschaften wider. Insbesondere für die Generation Z und die Millennials stellen die Möglichkeit zu reisen, neue Kulturen zu erleben und Arbeit mit Freizeit zu verschmelzen, entscheidende Differenzierungsmerkmale bei der Arbeitgeberwahl dar. Personalabteilungen (HR) erkennen zunehmend, dass eine moderne, flexible Travel Policy nicht nur die Zufriedenheit der bestehenden Belegschaft erhöht, sondern im globalen Wettbewerb um Fachkräfte ein handfester Vorteil ist. Die Grenzen zwischen Travel Management und HR verschwimmen zusehends, da Aspekte wie Wohlbefinden, Nachhaltigkeit und Talentakquise in die Reiserichtlinien integriert werden müssen.
Handlungsempfehlungen
Für Travelmanager und HR-Verantwortliche:
Überprüfen Sie Ihre aktuelle Travel Policy auf Flexibilität und Attraktivität. Die formelle Integration von Bleisure-Regelungen (z.B. Übernahme der Flugkosten bei verlängertem Wochenende, klare Versicherungsregelungen für den privaten Teil) schafft Rechtssicherheit und signalisiert Wertschätzung. Arbeiten Sie eng mit der HR-Abteilung zusammen, um Reiseangebote aktiv in Stellenanzeigen und im Employer Branding zu kommunizieren.
Für Reisende:
Nutzen Sie die neuen Spielräume proaktiv, aber transparent. Klären Sie im Vorfeld einer geplanten Bleisure-Reise die genauen Konditionen hinsichtlich Versicherungsschutz, Spesenabrechnung und Erreichbarkeit mit Ihrem Vorgesetzten und dem Travel Management.
Quelle: Breaking Travel News / Business Travel Show Europe
© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.