Die Kosten für Geschäftsreisen steigen schneller als die Budgets vieler Unternehmen. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Business Travel Show America (BTSA) unter 209 Einkäufern. Demnach gaben 15 Prozent der befragten Travel Manager an, das für das Gesamtjahr 2026 veranschlagte Reisebudget bereits zur Jahresmitte vollständig ausgeschöpft zu haben. Fast ein Drittel der Befragten (30 Prozent) erklärte, dass die Preise für Flüge und Hotels in der ersten Jahreshälfte stärker gestiegen seien als ursprünglich prognostiziert.
Trotz des enormen Kostendrucks reagieren die wenigsten Unternehmen mit drastischen Kürzungen. Nur ein Viertel der Organisationen versucht aktiv, das Reisevolumen zu reduzieren. Drei Viertel der Unternehmen nehmen keine Einschränkungen bei der Anzahl der Geschäftsreisen vor. Dies korrespondiert mit den Quartalszahlen großer US-Airlines wie Delta, United und American Airlines, die im zweiten Quartal zweistellige Zuwächse bei den Einnahmen aus dem Corporate-Segment verzeichneten. Die Nachfrage nach Geschäftsreisen – insbesondere in Kombination mit Premium-Leisure – bleibt robust, was den Leistungsträgern eine starke Verhandlungsposition bei Firmenraten sichert.
Für das Jahr 2027 zeichnet sich eine deutliche Budgetverschiebung ab: 44 Prozent der Travel Buyer gehen davon aus, dass ihr Unternehmen im kommenden Jahr mehr für Geschäftsreisen ausgeben wird als 2026. Nur 16 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Treiber dieser Entwicklung sind neben anhaltend hohen Kerosinpreisen auch steigende Hotelraten. Analysten von CoStar haben ihre Prognose für das Umsatzwachstum pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) in den USA für 2026 kürzlich von 2,8 auf 4,4 Prozent angehoben – ein Wachstum, das fast ausschließlich durch Preissteigerungen und nicht durch höhere Auslastung generiert wird.
Handlungsempfehlungen
Einkäufer müssen sich auf harte RFP-Verhandlungen (Request for Proposal) für 2027 einstellen, da Hotels und Airlines wenig Anreize für Preiszugeständnisse haben. Der Fokus sollte auf dynamischen Preismodellen (Dynamic Pricing) und der Aushandlung von Zusatzleistungen (Value-Adds wie kostenloses Frühstück, flexible Stornobedingungen) liegen. Travel Manager müssen das C-Level frühzeitig auf notwendige Budgeterhöhungen für 2027 vorbereiten. Um die Kostenkontrolle zu behalten, sollten Genehmigungsprozesse (Pre-Trip Approval) verschärft und der Return on Investment (ROI) von Reisen stringenter gemessen werden.
Quelle
© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.