Die Einreise in die USA wird für Geschäftsreisende zunehmend komplexer. Neben geplanten Verschärfungen beim ESTA-Verfahren sorgen eine neue „Presidential Action“ und extreme Wetterlagen für erhöhte Anforderungen an das Travel Risk Management. Experten raten zu gründlicher Vorbereitung und Datensparsamkeit.

Die USA bleiben eines der wichtigsten Ziele für Geschäftsreisen, doch die Rahmenbedingungen für die Einreise und den Aufenthalt verändern sich spürbar. Wolfgang Hofmann, Regional Security Manager Germany & Austria bei International SOS, beleuchtet in einem aktuellen Interview mit dem Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (BVSW) die neuen Herausforderungen für Reisende und Unternehmen.

Ein zentraler Aspekt sind die geplanten Verschärfungen beim ESTA-Verfahren. Künftig soll die digitale Vergangenheit von Einreisenden noch intensiver durchleuchtet werden. „Dafür sind die Social Media Accounts, Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Interesse, teilweise rückwirkend für die letzten 10 Jahre“, erklärt Hofmann. Durch die Zusammenführung dieser Daten und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) können die US-Behörden ein umfassendes Gesamtbild der Reisenden erstellen. Schon jetzt werden Social-Media-Profile bei der Einreise stichprobenartig kontrolliert.

Zusätzlich sorgt eine am 20. Januar 2025 erlassene „Presidential Action“ für intensivere Sicherheitsüberprüfungen an den Grenzen. US-Grenzbeamte sind angewiesen, Ausländer so umfassend wie möglich zu kontrollieren. Zwar sind ESTA-Teilnehmerländer nicht primär im Fokus, dennoch spüren auch europäische Geschäftsreisende die Auswirkungen durch genauere Befragungen. Hofmann rät Reisenden, stets Rückflugticket, Hotelbuchung und idealerweise ein Einladungsschreiben des Unternehmens griffbereit zu haben.

Ein besonders sensibles Thema ist der Schutz von Unternehmensdaten bei der Einreise. US-Behörden haben das Recht, elektronische Geräte zu kontrollieren. Um vertrauliche Informationen zu schützen, empfiehlt der Sicherheitsexperte Datensparsamkeit auf lokalen Geräten. Eine Speicherung in der Cloud, auf die nur über den Browser zugegriffen wird, kann eine Alternative sein. Von versteckten Datenträgern rät er dringend ab, da diese bei Entdeckung zu weitreichenden Problemen führen können.

Neben administrativen Hürden müssen Unternehmen auch gesundheitliche und klimatische Risiken im Rahmen ihrer Duty of Care berücksichtigen. Die USA verzeichnen zunehmend Wetterextreme wie Hurrikans, die besonders während der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 relevant werden könnten. Zudem machen hohe Kosten im US-Gesundheitssystem und lokale Krankheitsausbrüche, wie ein massiver Masernausbruch im vergangenen Jahr, eine Überprüfung des Impfstatus und eine solide Auslandskrankenversicherung unerlässlich.

Quelle: BVSW

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