Die globale Luftfahrtindustrie steht vor einer massiven finanziellen Herausforderung, die direkte Auswirkungen auf die Reisebudgets von Unternehmen haben wird. Auf der Jahreshauptversammlung der International Air Transport Association (IATA) in Rio de Janeiro im Juni 2026 wurde die Gewinnprognose der Branche für das laufende Jahr drastisch nach unten korrigiert. Der Hauptgrund: explodierende Kosten für Kerosin.
Die IATA geht nun davon aus, dass die Fluggesellschaften 2026 einen Nettogewinn von 23 Milliarden US-Dollar erwirtschaften werden – das ist eine Halbierung gegenüber der vorherigen Prognose von 41 Milliarden und ein massiver Rückgang im Vergleich zu den 45 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2025. Der Generaldirektor der IATA, Willie Walsh, machte deutlich, dass die rasant gestiegenen Kerosinpreise die Bilanzen aller Airlines belasten.
Die Zahlen sind alarmierend: Die globale Luftfahrt wird 2026 voraussichtlich 100 Milliarden US-Dollar mehr für Treibstoff ausgeben als im Vorjahr. Die gesamten Treibstoffkosten werden auf 350 Milliarden US-Dollar geschätzt, was einem Anstieg von fast 40 Prozent entspricht. Basis dieser Berechnung ist ein durchschnittlicher Rohölpreis von 95 US-Dollar pro Barrel, verglichen mit 69 US-Dollar im Vorjahr.
Für das Travel Management bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: steigende Flugpreise. Hohe Ölpreise werden unweigerlich höhere Ticketpreise bedeuten, warnte Walsh. Da die Gewinnmargen der Airlines mit durchschnittlich nur noch 2 Prozent extrem dünn sind, bleibt den Unternehmen kaum eine andere Wahl, als die Mehrkosten an die Kunden weiterzugeben. Branchenexperten gehen davon aus, dass insbesondere Langstreckenflüge und Premium-Klassen – das Kernsegment vieler Geschäftsreisen – die Preissteigerungen zuerst zu spüren bekommen werden.
Neben den Treibstoffkosten verschärfen auch Lieferverzögerungen bei neuen Flugzeugen von Boeing und Airbus die Situation. Airlines sind gezwungen, ältere, weniger treibstoffeffiziente Maschinen länger in Betrieb zu halten. Travel Manager sollten ihre Budgets für das zweite Halbjahr 2026 und das kommende Jahr entsprechend anpassen und Strategien zur Kostenkontrolle, wie etwa strengere Vorabbuchungsfristen, evaluieren.
Quelle: Forbes / Business Travel News (BTN)
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