Die globale Mobilität von Mitarbeitern tritt 2026 in eine neue Phase ein, die von vier zentralen Entwicklungen geprägt ist: digitale Grenzsysteme, verschärfte Steuer- und Sozialversicherungsprüfungen, ein Wiederanstieg von Geschäftsreisen unter strengeren regulatorischen Bedingungen und die Notwendigkeit einer größeren geopolitischen und operativen Widerstandsfähigkeit.

Diese Verschiebungen führen zu mehr Transparenz, aber auch zu erhöhten Risiken für international agierende Unternehmen, wie die Anwaltskanzlei Lewis Silkin in einer aktuellen Analyse vom 10. März 2026 darlegt.

Ein Haupttrend ist die Zunahme von Geschäftsreisen, die nicht nur auf den Wert persönlicher Interaktionen zurückzuführen ist, sondern auch auf die Zunahme von Remote-Arbeitsmodellen, bei denen Mitarbeiter nur noch bei Bedarf in das Land ihres Arbeitgebers reisen. Gleichzeitig verschärfen die Behörden weltweit die Kontrollen. Einwanderungsbehörden prüfen Geschäftsreisende genauer an der Grenze und gehen rigoroser gegen vermutete illegale Arbeit vor. Systeme wie das europäische Ein-/Ausreisesystem (EES) und die elektronische Reisegenehmigung ETIAS machen Reisebewegungen für Staaten lückenlos nachvollziehbar. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie die Reisetage ihrer Mitarbeiter exakt überwachen, die erlaubten Aktivitäten klar definieren und bei Bedarf frühzeitig eine Arbeitserlaubnis beantragen müssen.

Ein weiterer kritischer Punkt ist das Risiko der Begründung einer steuerlichen Betriebsstätte (Permanent Establishment) durch Remote-Arbeit im Ausland. Obwohl die OECD neue Leitlinien veröffentlicht hat, bleiben Grauzonen bestehen. Steuerbehörden konzentrieren sich zunehmend auf objektive Faktoren wie Häufigkeit, Dauer und Substanz der Tätigkeiten vor Ort, anstatt auf Jobtitel. Unternehmen müssen daher eine klare Risikostrategie definieren und festlegen, welche kunden- oder umsatzbezogenen Aktivitäten im Ausland ausgeübt werden dürfen.

Zudem rückt die Sozialversicherungspflicht stärker in den Fokus. Das EU-US-Handels- und Technologieabkommen zielt darauf ab, die Entsendung von Arbeitnehmern zu erleichtern, doch die nationalen Umsetzungen sind uneinheitlich. Unternehmen müssen die spezifischen Regeln jedes Landes genau prüfen, um unerwartete Kosten und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Schließlich erfordert die wachsende geopolitische Instabilität eine robustere und resilientere Mobilitätsplanung. Unternehmen müssen Notfallpläne entwickeln, die über die reine Evakuierung hinausgehen und auch die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in Krisenzeiten sicherstellen.


Quelle: Lewis Silkin, 10. März 2026

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