Das neue Kactus Meetings & Events Barometer zeichnet ein differenziertes Bild des Corporate-Event-Markts. Die Auswertung basiert nach Angaben von Voyages d’Affaires auf Daten von mehr als 3.500 monatlich organisierten Veranstaltungen. Unternehmen streichen Meetings und Seminare demnach nicht flächendeckend, sondern prüfen genauer, in welche Formate sie investieren. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Übernachtungsseminaren: Ihr Anteil stieg von 30 Prozent aller organisierten Events im Jahr 2023 auf 35 Prozent im Jahr 2025. 56 Prozent der Ausgaben für Corporate Events entfallen inzwischen auf diese Formate.

Der Kostendruck bleibt sichtbar, verschiebt sich aber. Das Budget pro Teilnehmer liegt laut Barometer bei 397 Euro gegenüber 384 Euro im Vorjahr; die durchschnittliche Dauer stieg von 2,41 auf 2,52 Tage. Gleichzeitig sanken die Aufwendungen für Aktivitäten und Unterhaltung von 74 auf 65 Euro pro Kopf. Die Interpretation ist naheliegend: Unternehmen priorisieren den Kern der Veranstaltung – Unterkunft, Verpflegung, Arbeitsumgebung und gemeinsame Zeit – während optionale Programmpunkte genauer hinterfragt werden.

Auch bei der Stornierungslage liefert der Bericht einen interessanten Gegenakzent zur verbreiteten Krisenerzählung. Zwischen Februar und Mai 2026 wurden 1,8 Prozent der bestätigten Buchungen storniert, nach 2,6 Prozent im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Das ist kein Beleg für eine risikofreie Planung, zeigt aber, dass geopolitische und budgetäre Unsicherheit nicht zwangsläufig zur Absage von Präsenzformaten führt. Für Planer ist entscheidend, dass die Kosten- und Risikosteuerung früher beginnt: Die durchschnittliche Vorlaufzeit liegt weiterhin bei 84 Tagen. KI wird dabei bereits für Angebotsanfragen, Briefing-Qualifizierung, Locationsuche und Empfehlungen eingesetzt, nicht als Ersatz für die persönliche Begegnung.

Handlungsempfehlungen:

Event Manager sollten für Übernachtungsseminare nicht nur Tagessätze vergleichen, sondern Kosten je erreichter Zielsetzung und Teilnehmerstunde erfassen.

Procurement sollte Attrition-, Umbuchungs- und Stornoregeln besonders bei mehrtägigen Formaten zentral auswerten. KI-gestützte Ausschreibungstools benötigen nachvollziehbare Freigabegrenzen und einen Datenschutzcheck, bevor Teilnehmer- oder Budgetdaten übertragen werden.

Für Führungskräfte ist die Botschaft klar: Präsenzinvestitionen lassen sich weiterhin begründen, wenn Zweck, Teilnehmerkreis und erwarteter Ergebnisbeitrag vor der Buchung sauber definiert sind.

Quelle: Voyages d’Affaires

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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