Die globale Energieversorgungskette zeigt Risse, die nun direkt auf den internationalen Flugverkehr durchschlagen. Nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) bereits im Frühjahr vor Engpässen gewarnt hatte, realisieren sich diese Prognosen im Juli 2026 zunehmend. Ein Mangel an Kerosin – massgeblich beeinflusst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und logistische Engpässe – zwingt europäische Fluggesellschaften zu weitreichenden operativen Anpassungen.
Besonders gravierend sind die Massnahmen der Lufthansa Group. Um rund 40.000 Tonnen Kerosin einzusparen, hat der Konzern beschlossen, bis Oktober 2026 etwa 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen und Teile der Flotte stillzulegen. Dies betrifft vor allem Verbindungen von den Hubs Frankfurt und München zu innerdeutschen und europäischen Zielen. Auch für den kommenden Winterflugplan zeichnen sich weitere Reduzierungen ab.
Für Geschäftsreisende bedeutet dies nicht nur ein deutlich ausgedünntes Angebot und geringere Flexibilität, sondern auch massiv steigende Kosten. Das Statistische Bundesamt verzeichnet für internationale Flüge bereits einen Preisanstieg von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei Inlandsflügen sind es sogar 9,5 Prozent. Die kürzlich beschlossene Senkung der Ticketsteuer in Deutschland (um 2,50 bis 11,40 Euro) dürfte durch die hohen Treibstoffkosten vollständig absorbiert werden.
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) rechnet im ungünstigsten Fall mit einem Kapazitätsrückgang von bis zu zehn Prozent an einzelnen Standorten. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Reisebudgets schneller ausgeschöpft werden und kurzfristige Buchungen zunehmend zum finanziellen Risiko mutieren.
Handlungsempfehlungen für…:
Travel Manager: Passen Sie die Reisebudgets für das zweite Halbjahr 2026 proaktiv an und implementieren Sie Frühbucher-Vorgaben in der Travel Policy.
Reisende: Prüfen Sie bei innerdeutschen und europäischen Kurzstrecken konsequent die Bahn als Alternative, um Flugausfällen vorzubeugen.
Risk Management: Etablieren Sie Backup-Pläne für geschäftskritische Termine, da kurzfristige Umbuchungen bei reduzierten Kapazitäten schwieriger werden.
Quelle: ADAC
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