Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zeigen drastische Auswirkungen auf den globalen Flugverkehr. Wegen explodierender Kerosinpreise haben Airlines weltweit kurzfristig 13.000 Flüge für den Monat Mai gestrichen. Für Geschäftsreisende bedeutet dies ein erhöhtes Risiko von Umbuchungen und steigende Ticketpreise.
Die Luftfahrtbranche zieht die Notbremse: Angesichts der anhaltenden Krise im Nahen Osten und der damit verbundenen Verknappung von Flugtreibstoff haben Fluggesellschaften weltweit ihre Kapazitäten für den Monat Mai drastisch reduziert. Wie aktuelle Daten des Luftfahrtanalyse-Unternehmens Cirium belegen, wurden innerhalb von nur zwei Wochen fast zwei Millionen Sitzplätze aus den globalen Flugplänen gestrichen.
Insgesamt fallen rund 13.000 Flüge den Kürzungen zum Opfer. Besonders stark betroffen sind europäische Carrier wie Turkish Airlines, British Airways, KLM und Lufthansa. Die deutsche Fluggesellschaft hat laut Branchenberichten allein rund 20.000 Kurzstreckenflüge aus ihrem Sommerflugplan gestrichen. Die Ursache für diese drastischen Maßnahmen liegt in den massiv gestiegenen Treibstoffkosten. Seit Beginn des Konflikts im Iran im Februar und der teilweisen Blockade der Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt – hat sich der Preis für Kerosin mehr als verdoppelt.
Um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern, greifen die Airlines zu verschiedenen Strategien. Neben der kompletten Streichung weniger profitabler Routen werden auf vielen Strecken kleinere Flugzeugtypen eingesetzt, um Treibstoff zu sparen. Gleichzeitig steigen die Ticketpreise auf den stark nachgefragten Verbindungen spürbar an. In Großbritannien hat Verkehrsministerin Heidi Alexander zudem die sogenannte Slot-Regelung vorübergehend ausgesetzt. Diese verpflichtet Airlines normalerweise dazu, ihre Start- und Landerechte an Flughäfen zu nutzen, da sie diese sonst an Konkurrenten verlieren. Durch die Aussetzung können Carrier wie British Airways nun Flüge streichen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen.
Für das Travel Management und Geschäftsreisende bedeutet diese Entwicklung eine erhebliche Planungsunsicherheit. Reisende, deren Flüge nicht komplett gestrichen werden, müssen sich auf kurzfristige Umbuchungen auf andere Tage oder alternative Verbindungen einstellen. Travel Manager sind gefordert, die Reiserichtlinien flexibler zu gestalten und Budgets für unvermeidbare Preiserhöhungen bei kurzfristigen Buchungen anzupassen. Die zwei Millionen gestrichenen Sitze im Mai dürften dabei nur ein Vorgeschmack auf einen stark beeinträchtigten Sommerflugplan sein.
Quelle: Yahoo News Canada / Euronews