Die Lufthansa Group hat im Mai 2026 die Option zum Erwerb einer 90-Prozent-Mehrheit an ITA Airways ausgeübt. Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für Q1 2027 erwartet. Für europäische Corporate-Kunden zeichnet sich damit bereits jetzt eine veränderte Markt- und Preisdynamik auf südeuropäischen und transatlantischen Geschäftsreisestrecken ab.

Die europäische Luftfahrtbranche erlebt einen weiteren Schritt in der Konsolidierung: Die Lufthansa Group hat am 12. Mai 2026 ihre vertraglich vereinbarte Option zum Erwerb weiterer 49 Prozent an der italienischen ITA Airways ausgeübt und damit ihre Beteiligung von 41 auf künftig 90 Prozent erhöht. Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission und das US-amerikanische Department of Justice (DOJ); der Abschluss wird für Q1 2027 erwartet. Bereits seit Januar 2025 hält Lufthansa eine Minderheitsbeteiligung von 41 Prozent; die Airline ist seit April 2026 Teil der Star Alliance. Um die erste wettbewerbsrechtliche Genehmigung im Jahr 2024 zu erlangen, mussten umfangreiche Slots an den Flughäfen Mailand-Linate und Rom-Fiumicino an Wettbewerber – insbesondere EasyJet – abgegeben werden. Dennoch verändert dieser Zusammenschluss das Machtgefüge im europäischen Geschäftsreiseverkehr nachhaltig, da das wichtige italienische Wirtschaftszentrum schrittweise vollständig an das Drehkreuz-System der Lufthansa Group angebunden wird.

Für Corporate Travel Manager in der DACH-Region hat diese Übernahme unmittelbare operative und strategische Konsequenzen. Italien gehört traditionell zu den Top-3-Auslandszielen für deutsche, österreichische und schweizerische Geschäftsreisende. Bislang profitierten Unternehmen auf Strecken wie Frankfurt–Mailand oder München–Rom von einem intensiven Preiswettbewerb zwischen dem Lufthansa-Konzern und der eigenständigen ITA. Durch die Integration in den Konzern und das zukünftige Joint Venture auf transatlantischen Routen fällt dieser Preisdruck weg. Branchenanalysten erwarten auf den Kernstrecken nach Italien ein moderates, aber kontinuierliches Ansteigen der Ticketpreise im Business- und Flex-Tarifsegment um schätzungsweise 5 % bis 8 % in den kommenden zwei Quartalen.

Auf der positiven Seite bietet die Konsolidierung erhebliche Prozessvorteile. ITA Airways wird schrittweise in das Firmenkundenprogramm „PartnerPlusBenefit“ sowie in die globalen Rahmenverträge (Corporate Value Fares) der Lufthansa integriert. Key Account Manager können somit konsolidierte Volumina für das gesamte mitteleuropäische und italienische Streckennetz verhandeln, was den administrativen Aufwand im Einkauf senkt. Zudem verbessert sich die Konnektivität für Reisende durch harmonisierte Flugpläne, durchgängiges Check-in und den Zugang zu den Lounges des Star-Alliance-Netzwerks in Rom und Mailand. Die Slots, die an Low-Cost-Carrier abgegeben werden mussten, bieten Travel Manager zudem die Möglichkeit, für preissensible Projektgeschäfte verstärkt auf alternative Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auszuweichen.

Implikationen für die Praxis

Travel Manager sollten bestehende Firmenratenvereinbarungen mit der Lufthansa Group und ITA Airways im Rahmen des nächsten Strategic Meetings reviewen. Das konsolidierte Flugvolumen nach Italien sollte aggregiert werden, um in den anstehenden Verhandlungen den Wegfall des direkten Wettbewerbs durch optimierte Volumenrabatte auszugleichen.

Primärquelle: Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission (Pressemitteilung zur Genehmigung der Fusion unter Auflagen)
Primärquelle: Deutsche Lufthansa AG (Ad-hoc-Meldung und Investor Relations Statement zum Closing)
Sekundärquelle: FVW TravelTalk / Air Journal – Marktanalyse zur Slot-Vergabe in Mailand und Rom.

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.

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