Die Geschäftsreisebranche steht vor einer historischen Konsolidierung: Die Investmentgesellschaft Long Lake Management übernimmt American Express Global Business Travel (Amex GBT) für 6,3 Milliarden US-Dollar. Der Fokus der Übernahme liegt auf der massiven Integration von Künstlicher Intelligenz in das Travel Management.
Die Ankündigung schlug in der Branche hohe Wellen: Die Investmentfirma Long Lake Management hat sich mit American Express Global Business Travel (Amex GBT) auf eine Übernahme geeinigt. Der Kaufpreis von 9,50 US-Dollar pro Aktie entspricht einem Gesamtvolumen von rund 6,3 Milliarden US-Dollar und beinhaltet eine Prämie von 60,2 Prozent auf den letzten Schlusskurs vor der Bekanntgabe. Durch diesen Schritt wird das weltweit größte Travel Management Company (TMC) von der Börse genommen und künftig als privates Unternehmen agieren.
Hinter dem Deal stehen namhafte Investoren. Long Lake wird bei der Transaktion von General Catalyst und Alpha Wave unterstützt. Auch die bisherigen Großaktionäre – darunter American Express, Expedia, die Qatar Investment Authority und BlackRock, die zusammen 69 Prozent der Stimmrechte halten – haben der Übernahme bereits zugestimmt. American Express, das bislang rund 30 Prozent der Anteile hielt, wird bei Abschluss der Transaktion voraussichtlich 1,5 Milliarden US-Dollar erhalten. Die bestehenden Markenlizenz- und Handelsvereinbarungen sollen laut Unternehmensangaben unverändert fortgeführt werden.
Der strategische Fokus der erst 2023 gegründeten Investmentgesellschaft Long Lake liegt auf der Modernisierung von Dienstleistungsunternehmen durch Künstliche Intelligenz (KI). Genau hier soll auch bei Amex GBT der Hebel angesetzt werden. Alex Taubman, CEO und Mitbegründer von Long Lake, skizzierte die Vision für die Zukunft: „Die Zukunft der Geschäftsreisen wird durch das nahtlose Zusammenspiel von KI und menschlichen Agenten im Dienste jedes Reisenden definiert werden: schnellere Buchungszeiten, proaktive Störungsbehebung und reibungslose Reiseverwaltung.“
Auch Paul Abbott, CEO von Amex GBT, sieht in der Übernahme einen entscheidenden Katalysator für die Branche. Der Deal werde die „Transformation des Business Travel vorantreiben“ und es dem Unternehmen ermöglichen, massiv in neue technologische Fähigkeiten zu investieren. Für Travel Manager und Einkäufer bedeutet dies mittelfristig voraussichtlich eine stärkere Automatisierung von Standardprozessen und verbesserte Datenanalysen.
Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und der zuständigen Aufsichtsbehörden. Bis dahin wird der Geschäftsbetrieb regulär fortgeführt.
Quelle: Travel Weekly