Die Diskussion um nachhaltige Geschäftsreisen (Sustainable Business Travel) erweitert sich signifikant. Während in den vergangenen Jahren fast ausschließlich die Messung und Reduzierung von CO2-Emissionen im Zentrum der ESG-Strategien (Environmental, Social, Governance) standen, rückt nun das „S“ – der Social Impact – in den Fokus von Travel Managern. Wie eine aktuelle Analyse von BCD Travel aufzeigt, erkennen Unternehmen zunehmend, dass verantwortungsvolles Reisen auch den Schutz von Menschen und die Förderung sicherer Reiseumgebungen umfassen muss.
Ein zentrales Thema in diesem Kontext ist der Kampf gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus- und Reisesektor. Die Auszeichnung von BCD Travel als „Top Member of The Code 2026“ durch die Kinderschutzorganisation ECPAT unterstreicht die Relevanz dieses Themas. „The Code“ ist eine freiwillige Verpflichtung der Reisebranche, die konkrete Maßnahmen wie Mitarbeiterschulungen, Richtlinien für Lieferanten (Supplier Due Diligence) und die Sensibilisierung von Reisenden vorschreibt, um Warnsignale zu erkennen und richtig zu melden.
Für Einkäufer und Travel Manager bedeutet dieser Paradigmenwechsel, dass Nachhaltigkeit ganzheitlich gedacht werden muss. Eine moderne Reiserichtlinie bewertet Lieferanten (Airlines, Hotelketten, Mobilitätsanbieter) nicht mehr nur nach ihrem CO2-Fußabdruck, sondern auch nach ihren sozialen Standards, Arbeitsbedingungen und ihrem Engagement für Barrierefreiheit (Accessibility) und das Wohlbefinden der Reisenden (Traveller Wellbeing). Die Integration von Social-Impact-Kriterien in den RFP-Prozess (Request for Proposal) wird damit zu einem entscheidenden Qualitätsmerkmal für zukunftssichere Travel-Programme.
Handlungsempfehlungen
Travel Manager sollten ihre RFP-Kataloge für 2027 um spezifische Fragen zu sozialen Standards erweitern (z.B. Zertifizierungen nach „The Code“ oder Maßnahmen gegen Menschenhandel bei Hotelpartnern). Die Reiserichtlinie sollte um ein Kapitel zum „Traveller Wellbeing“ ergänzt werden, das Aspekte wie Ergonomie, Ruhezeiten nach Langstreckenflügen und Barrierefreiheit regelt. Compliance-Verantwortliche sollten Schulungsmodule für vielreisende Mitarbeiter implementieren, die für die Erkennung von Menschenhandel an Flughäfen und in Hotels sensibilisieren und klare Meldewege aufzeigen.
Quelle
© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.