Visa-Probleme und elektronische Einreisegenehmigungen sind längst kein reines Reisethema mehr, sondern ein handfestes Geschäftsrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der KI-gestützten Reise- und Ausgabenplattform Perk unter 7.000 Geschäftsreisenden, über die das Fachmedium Business Traveller berichtet.

Die Zahlen sind deutlich: 16 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden mussten bereits eine Dienstreise wegen Problemen mit Visa oder elektronischen Einreisegenehmigungen absagen oder verschieben. Bei 34 Prozent der Betroffenen verzögerten sich dadurch Projekte oder Arbeitsergebnisse. Mehr als jeder zweite Antragsteller kämpfte während des Genehmigungsverfahrens mit Problemen: 43 Prozent erhielten die Einreisegenehmigung nicht rechtzeitig, 46 Prozent zahlten Zusatzgebühren zur Beschleunigung. Der Trend verschärft sich von Jahr zu Jahr – der Anteil der Geschäftsreisenden mit mindestens einer Störung stieg in Deutschland von 78 Prozent im Jahr 2023 auf 91 Prozent im Jahr 2025.

Wirtschaftlich beziffert Perk die Folgekosten abgesagter oder beeinträchtigter Geschäftsreisen in Deutschland auf rund 1,3 Milliarden Euro jährlich – etwa 1,9 Prozent der gesamten deutschen Geschäftsreiseausgaben. Umbuchungen waren im Schnitt 28 Prozent teurer als die Originalbuchung. Pro betroffenem Mitarbeiter summieren sich ungeplante Zusatzkosten auf mehrere Hundert Euro für Übernachtungen, Transport, Verpflegung und Überstunden. Besonders brisant für das C-Level: Jeder vierte Top-Manager hat nach eigener Aussage bereits eine Geschäftschance durch Reisestörungen verloren, 45 Prozent verpassten Meetings.

Unternehmen reagieren bereits: 44 Prozent verlangen vollflexible Tickets, 40 Prozent ermöglichen längere Aufenthalte zur Terminsicherheit, 35 Prozent meiden Billigfluglinien. Bemerkenswert ist zudem, dass nur sechs Prozent der Reisenden sich bei Störungen auf Chatbots oder KI verlassen würden – menschliche Unterstützung bleibt gefragt.

Handlungsempfehlungen

Travel Manager sollten Visa- und Genehmigungsprozesse fest in den Buchungsworkflow integrieren und Vorlaufzeiten für visumpflichtige Destinationen verbindlich definieren.

Compliance-Verantwortliche sollten die dokumentierten Störungsquoten als Argument für Investitionen in Immigration-Services nutzen. Reisende sollten Einreisevoraussetzungen frühestmöglich prüfen, Pufferzeiten einplanen und flexible Tarife wählen.

Führungskräfte mit kritischen Terminen sollten Anreisen grundsätzlich einen Tag vor dem Geschäftstermin planen.

Quelle: Business Traveller Deutschland

 

 

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