Die globale Luftfahrt hat im August operativ etwas Luft geholt. Nach dem aktuellen Monatsbericht von Cirium sank die Zahl der weltweit registrierten Flugannullierungen von 71.840 im Juli auf 59.785 im August. Das entspricht einem Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem Vormonat. Besonders deutlich fiel die Entspannung im Raum Asien-Pazifik mit minus 23 Prozent aus; Nordamerika folgte mit minus 20 Prozent, der Mittlere Osten und Afrika mit minus 15 Prozent. Für Travel Manager ist die Zahl ein positives Signal, aber kein Freifahrtschein für pauschalen Optimismus.

Denn der regionale Befund bleibt ausgesprochen ungleich. In Lateinamerika stiegen die Annullierungen im August um 34 Prozent, während Europa gegenüber Juli sogar einen leichten Zuwachs von 0,36 Prozent verzeichnete. Europa bewegt sich damit in einem System, in dem einzelne Wetterlagen, Flugsicherungsengpässe, technische Störungen und komplexe Drehkreuzverbindungen den grundsätzlich besseren globalen Trend jederzeit überlagern können. Das ist besonders für DACH-Unternehmen relevant: Ein großer Teil internationaler Reiseprogramme nutzt europäische Hubs als Ausgangs- oder Umsteigepunkt. Die globale Durchschnittszahl sagt deshalb nur begrenzt etwas über die tatsächliche Belastbarkeit einer konkreten Reise aus.

Cirium weist außerdem aus, dass Aeromexico im August mit einer Ankunftspünktlichkeit von 89,74 Prozent weltweit vorn lag; Singapore Airlines führte die Region Asien-Pazifik mit 87,91 Prozent an. Solche Ranglisten können im Einkauf Hinweise liefern, sollten aber nicht isoliert zur Steuerung von Reiserichtlinien verwendet werden. Entscheidend ist die Kombination aus Carrier-Performance, Umsteigeweg, Saison, Airport-Kapazität und der Möglichkeit, bei einer Störung auf Alternativen zu wechseln.

Handlungsempfehlungen

Travel Manager sollten eigene Performance-Dashboards nach tatsächlich genutzten Strecken und Umsteigeflughäfen aufbauen, statt nur globale Pünktlichkeitswerte zu beobachten. Bei kritischen Routen müssen Direktflüge und längere Umsteigezeiten gegen den reinen Tarifvorteil abgewogen werden.

Procurement kann die Daten nutzen, um Service-Level und bevorzugte Carrier regelmäßig zu überprüfen.

Reisende sollten bei Anschlussverbindungen wissen, welche Buchungen eine einheitliche Ticketnummer haben, damit eine Airline im Störungsfall tatsächlich durchgehend umbuchen kann.

Quelle

Cirium

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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