Obwohl Geschäftsreisen nach wie vor als essenzieller Motor für das Unternehmenswachstum gelten, zeigt sich an der Basis eine zunehmende Erschöpfung und Verunsicherung. Eine umfassende globale Studie von SAP Concur, für die 3.300 Reisende sowie hunderte Manager und Finanzentscheider befragt wurden, offenbart tiefe Risse im System der geschäftlichen Mobilität.

Während 97 Prozent der befragten Finanzchefs (CFOs) Geschäftsreisen als unerlässlich für die Expansion betrachten und 82 Prozent sogar steigende Reisebudgets prognostizieren, sinkt die Bereitschaft der Mitarbeitenden spürbar. Global geben 67 Prozent (in Deutschland 64 Prozent) der Befragten an, weniger reisebereit zu sein als noch in der Vergangenheit. Die Gründe hierfür sind vielschichtig, aber eindeutig sicherheits- und stressgetrieben: 31 Prozent äußern konkrete Sicherheitsbedenken aufgrund der volatilen geopolitischen Lage, 28 Prozent fürchten massive Reiseunterbrechungen und 16 Prozent sind durch unklare Einreise- und Identifikationsanforderungen verunsichert].

Besonders alarmierend für das Travel Risk Management ist der Vertrauensverlust in die unternehmerische Fürsorgepflicht (Duty of Care). Nur noch knapp über die Hälfte der Reisenden glaubt ernsthaft daran, dass ihr Arbeitgeber im Falle einer Krise im Ausland schnell und effektiv Hilfe leisten würde. Gleichzeitig sehen mehr als ein Viertel der Beschäftigten ihre Vorgesetzten in der direkten Pflicht – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Dennoch delegieren viele CFOs die Verantwortung für Sicherheit und Risikokontrolle nach wie vor an die Reisenden selbst. Diese Diskrepanz zwischen den strategischen Wachstumszielen der Chefetage und dem realen Sicherheitsbedürfnis der Belegschaft gefährdet langfristig den Erfolg von Reiseprogrammen.

Handlungsempfehlungen

Für Travelmanager und Risk Management:

Schließen Sie die Vertrauenslücke durch proaktive und transparente Kommunikation. Implementieren Sie verlässliche Tracking- und Notfallkommunikationssysteme und stellen Sie sicher, dass jeder Reisende vor Abreise exakt weiß, wen er im Krisenfall (24/7) kontaktieren kann. Führen Sie verbindliche Pre-Trip-Briefings für Reisen in geopolitisch sensible Regionen ein.

Für Reisende:

Machen Sie sich vor jeder Reise mit den Notfallprotokollen Ihres Unternehmens vertraut. Speichern Sie alle relevanten Notrufnummern (Assistance-Provider, lokale Botschaft) physisch und digital ab. Zögern Sie nicht, bei subjektiven Sicherheitsbedenken das Gespräch mit dem Travel Risk Manager zu suchen und gegebenenfalls auf Alternativen (virtuelle Meetings) zu drängen.

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Quelle: Tourism Review / SAP Concur Studie

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.

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