Die Sicherheit von Mitarbeitenden auf Geschäftsreisen rückt immer stärker in den Fokus unternehmerischer Verantwortung. Ein aktueller Gastbeitrag im WiWo-Management-Blog von Wolfgang Hofmann, Regional Security Manager bei International SOS, unterstreicht die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Reisesicherheitskonzepts.
Unternehmen sind nicht nur moralisch, sondern auch gesetzlich verpflichtet, für die Unversehrtheit ihrer Reisenden zu sorgen – eine Aufgabe, die weit über die reine Buchung von Flug und Hotel hinausgeht.
Reisesicherheit, so der Experte, ist eine Erweiterung des klassischen Arbeitsschutzes. Sie umfasst organisatorische Maßnahmen, um Mitarbeitende, aber auch Unternehmenswerte wie vertrauliche Informationen oder technische Geräte, vor, während und nach einer Reise zu schützen. Die Risiken sind vielfältig und reichen von sozialer Unruhe und Kriminalität über Cyberangriffe bis hin zu plötzlichen Erkrankungen oder geopolitischen Krisen.
Ein effektives Risikomanagement beginnt bereits vor der Reise mit einer systematischen Erfassung aller Reisen und einer detaillierten Risikobeurteilung für das jeweilige Zielgebiet. Mitarbeitende müssen vorab über medizinische und sicherheitsrelevante Aspekte informiert werden. Während der Reise sind ein kontinuierliches Monitoring und klare Kommunikationskanäle entscheidend, um im Notfall schnell reagieren zu können. Dazu gehört auch die Gewährleistung von medizinischer, logistischer und sicherheitstechnischer Unterstützung, oft durch externe Dienstleister.
Als praxisnaher Leitfaden dient die Norm ISO 31030, die Unternehmen dabei unterstützt, Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen einzuleiten. Eine lückenlose Dokumentation aller Vorfälle und eine regelmäßige Überprüfung des Sicherheitsprogramms sind unerlässlich, um Prozesse kontinuierlich zu verbessern und der Fürsorgepflicht umfassend nachzukommen.
Quelle: WiWo