Die fünfmonatige Totalsperrung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim wurde am 15. Dezember 2024 erfolgreich abgeschlossen. Für Travel Manager und Mobilitätsverantwortliche liefert das Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse – zumal die Deutsche Bahn bis 2030 insgesamt 41 weitere Streckenkorridor-Sanierungen plant, die sukzessive zu ähnlichen Umleitungsszenarien führen werden.
Das ambitionierteste Infrastrukturprojekt der Deutschen Bahn der letzten Jahre ist abgeschlossen: Die Riedbahn, die zentrale Schlagader des deutschen Schienennetzes zwischen Frankfurt am Main und Mannheim, war von Juli bis 15. Dezember 2024 fünf Monate lang vollständig gesperrt. In dieser Zeit wurden Oberleitungen, Gleise, 152 Weichen und die digitale Stellwerkstechnik im Rahmen des neuen Hochleistungsnetz-Konzepts erneuert. Das Projekt gilt als erfolgreich: Seit der Wiedereröffnung am 15. Dezember 2024 rollen die Züge auf der vollständig modernisierten Strecke. Für Travel Manager und Mobilitätsverantwortliche ist das Riedbahn-Projekt jedoch weit mehr als eine abgeschlossene Baumaßnahme – es ist ein Blaupause für das, was in den nächsten Jahren noch kommt. Die Deutsche Bahn hat gemeinsam mit dem Bund 41 weitere hochbelastete Streckenkorridor-Sanierungen bis 2030 festgelegt, die jeweils mehrmonatige Vollsperrungen bedeuten.
Während der fünfmonatigen Sperrung zeigte sich das ganze Ausmaß der Belastung für das Travel Management: Der Fernverkehr zwischen Hamburg/Berlin und Stuttgart/München musste großräumig über die Strecken der Main-Neckar-Bahn und der Rheinhessen-Bahn umgeleitet werden, was die Fahrzeiten im ICE-Netz um 30 bis 45 Minuten verlängerte und kaskadierenden Verspätungen Vorschub leistete. Unternehmen, die im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategien eine strikte „Modal Shift“-Policy eingeführt hatten, gerieten zeitweise unter Druck, da die Bahn auf innerdeutschen Kernrouten temporär an Verlässlichkeit verlor. Die Riedbahn ist seit Dezember 2024 saniert und läuft nach Plan; die gewonnenen Erkenntnisse sind aber unmittelbar auf kommende Korridor-Sperrungen übertragbar.
Die nächsten geplanten Großsperrungen – darunter die Korridore Frankfurt–Dortmund (Emmerich-Oberhausen) und der Abschnitt Mannheim–Karlsruhe – werden Travel Manager erneut vor ähnliche Herausforderungen stellen. Die Erfahrungen aus der Riedbahn zeigen: Unternehmen, die frühzeitig proaktive Reiseplanung betreiben, Pufferzeiten einkalkulieren und alternative Verkehrsmittel (Mietwagen, Zubringerflüge) regelbasiert in ihre Travel Policy integrieren, können Produktivitätsverluste deutlich begrenzen. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass jede Sperrungsphase – wie 2024 beobachtet – zu einem temporären Anstieg der Mietwagen-Raten und CO₂-Emissionen im Scope-3-Bereich führt.
Implikationen für die Praxis
Unternehmen sollten die nächsten geplanten Korridor-Sperrungen im Netz der Deutschen Bahn frühzeitig in ihre Travel Policy integrieren. Empfohlen wird die Konfiguration der Buchungssysteme mit automatischen Warnhinweisen bei Verbindungen über gesperrte Korridor-Abschnitte sowie die proaktive Festlegung von Alternativrouten und Pufferzeiten. Die Richtlinien für Homeoffice und Videokonferenzen sollten für Sperrungsphasen generell und vorbeugend gelockert werden.
Primärquelle: Deutsche Bahn AG (Infrastruktur-Update und offizielles Betriebskonzept Riedbahn 2026)
Primärquelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) – Fortschrittsbericht zur Schienennetz-Modernisierung
Sekundärquelle: Wirtschaftswoche / Logistik Heute – Reportage über die Auswirkungen der Riedbahn-Sperrung auf den Business- und Wirtschaftsverkehr.
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