Störungen, Sicherheitsbedenken und gestiegene Erwartungen an den Arbeitgeber prägen das Reiseerlebnis von Mitarbeitenden weltweit – und sie beeinflussen zunehmend auch deren Loyalität gegenüber dem Unternehmen. Das ist das zentrale Ergebnis des „Business Travel Outlook 2026“ von Zurich Insurance, für den 4.000 internationale Geschäftsreisende aus acht Ländern befragt wurden.
Die Studie zeichnet ein ernüchterndes Bild: Acht von zehn Befragten (80 Prozent) erlebten im Jahr 2025 mindestens eine Störung auf einer Dienstreise, mehr als die Hälfte war mit einem Vorfall oder Notfall konfrontiert.
Besonders alarmierend ist der Befund, dass 43 Prozent der Reisenden sich heute weniger sicher fühlen als früher – und dass 20 Prozent Naturkatastrophen, geopolitische Bedrohungen oder gesellschaftliche Unruhen erlebt haben, also mehr als jene 13 Prozent, die medizinische Vorfälle meldeten. Jüngere Mitarbeitende, insbesondere der Generation Z, sind dabei besonders betroffen: Sie reisen häufiger international, mischen Dienst- und Privatreisen öfter (Bleisure), sind aber weniger gut auf Notfallsituationen vorbereitet und stärker von mentalen Belastungen betroffen.
Die Konsequenzen für Arbeitgeber sind unmittelbar: 58 Prozent der Befragten sind der Meinung, ihr Unternehmen könnte mehr für ihre Sicherheit tun. Noch gravierender: 60 Prozent würden ihren Arbeitgeber verlassen, wenn Reisesicherheit nicht als Priorität behandelt wird. Duty of Care ist damit längst kein rechtliches Randthema mehr, sondern ein zentraler Faktor für Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität.
Für Travel Manager ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Reiserichtlinien müssen die veränderte Realität des modernen Geschäftsreisens abbilden – mit klaren Notfallprozessen, proaktiver Kommunikation, psychologischer Unterstützung und einer Absicherung, die auch Bleisure-Phasen einschließt. Wer heute in Reisesicherheit investiert, investiert in die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens.
Quelle: Zurich Insurance Group (zurich.com)