Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht im Jahr 2026 an einem entscheidenden Wendepunkt. Eine aktuelle Studie von KPMG („Business Destination Germany 2026“) beleuchtet die Perspektiven internationaler Investoren auf die größte Volkswirtschaft Europas.

Die Befragung von 400 Chief Financial Officers (CFOs) der größten deutschen Tochtergesellschaften internationaler Konzerne aus den acht wichtigsten Investorenländern zeichnet ein differenziertes Bild: Deutschland bleibt ein Schlüsselstandort, gerät jedoch im EU-Vergleich zunehmend unter Druck.

Die Kernerkenntnis der Studie ist eindeutig: Deutschland rutscht im Standortindex ab und steht unter erheblichem Reformdruck. Trotz dieses Abwärtstrends bewerten die befragten CFOs die Zukunftsaussichten positiver als die aktuelle Lage. Sie attestieren dem Land ein starkes Fundament für ein Comeback an die Spitze der europäischen Standorte. Zu den unbestrittenen Stärken zählen weiterhin die Marktgröße, die öffentliche Sicherheit, die politische Stabilität sowie die ausgeprägte Innovationskraft.

In Zeiten geopolitischer Disruptionen und wirtschaftlicher Unwägbarkeiten sehen internationale Investoren neue Chancen in Deutschland. Bemerkenswerte 17 Prozent der CFOs erkennen in den großen Transformationsaufgaben des Landes – insbesondere der Energiewende und dem Streben nach Klimaneutralität – konkrete Investitionsanreize. Weitere 17 Prozent führen das neue Infrastruktur- und Verteidigungspaket als maßgeblichen Grund für zukünftige Engagements an.

Die Relevanz wirtschaftspolitisch richtungsweisender Entscheidungen ist enorm hoch. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gibt an, dass die Reformagenda der Bundesregierung ihre Investitionsentscheidungen stärker beeinflusst als noch in den Vorjahren. Um Vertrauen, Investitionen und damit nachhaltiges Wachstum zu sichern, sind strukturelle und dauerhafte Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland unerlässlich.

Für die Geschäftsreise- und MICE-Branche (Meetings, Incentives, Conferences, Exhibitions) sind diese Entwicklungen von zentraler Bedeutung. Ein starker Wirtschaftsstandort zieht internationale Fachkräfte, Konferenzen und Messen an. Die Modernisierung der Infrastruktur und die Fokussierung auf nachhaltige Transformationen bieten zudem neue Anknüpfungspunkte für innovative Eventformate und „grüne“ Geschäftsreisen.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Deutschland den Reformstau auflösen und seine Position als führende „Business Destination“ in Europa behaupten kann.

Quelle: KPMG

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