Die Kombination aus geopolitischen Krisen und wirtschaftlichem Druck hinterlässt Spuren im Reiseverhalten. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass Unternehmen und Reisende ihre Pläne für die kommenden Monate deutlich restriktiver gestalten. KI-Tools sollen helfen, die steigenden Kosten im Travel Management in den Griff zu bekommen.

Die anfängliche Euphorie des Jahres 2026 im Business Travel weicht einer zunehmenden Ernüchterung. Der aktuelle „Business Travel Outlook Poll“ der Global Business Travel Association (GBTA), der Ende April veröffentlicht wurde, zeichnet ein Bild der Vorsicht. Die Befragung von über 500 Travel Managern und Einkäufern – mehrheitlich aus den USA – belegt, dass internationale Konflikte und wirtschaftliche Herausforderungen die Reiseplanung massiv beeinflussen.

Ein wesentlicher Treiber für die Zurückhaltung sind die explodierenden Treibstoffkosten, die in direktem Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten stehen. Als Konsequenz geben 60 Prozent der Befragten an, dass ihre Organisation in den kommenden sechs Monaten weniger reisen wird. Diese Entwicklung trifft auch die Veranstaltungsbranche hart: 56 Prozent der Einkäufer haben ihre Strategie für Meetings und Events bereits angepasst, sei es durch die Verlagerung in den virtuellen Raum, die Reduzierung der Teilnehmerzahlen oder komplette Stornierungen.

Neben den Kosten spielen Sicherheitsbedenken und operative Hürden eine zentrale Rolle. „Geopolitischer Konflikt, Treibstoffpreisdruck, Airline-Störungen, Grenzkomplexität und Sicherheitsverzögerungen haben alle gleichzeitig für Reibung gesorgt“, heißt es in dem Bericht. Bemerkenswert ist, dass diese Faktoren auch die Attraktivität der USA als Veranstaltungsort beeinträchtigen. Mehr als ein Drittel der Befragten (38 Prozent) gibt an, dass es nun weniger wahrscheinlich sei, ein Meeting in den Vereinigten Staaten abzuhalten – unter anderem wegen Bedenken bei der Grenzabfertigung und hohen Langstreckentarifen.

Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich die Branche resilient. Nahezu alle Travel Buyer (92 Prozent) sind zuversichtlich, ihre Reisenden bei größeren Störungen adäquat unterstützen zu können. Zudem gehen 71 Prozent davon aus, dass die absolute Anzahl der Reisen in ihren Unternehmen stabil bleiben oder sogar leicht steigen wird – wenn auch unter strengeren Vorgaben.

Um den steigenden Kostendruck und die Komplexität zu bewältigen, rückt Technologie stärker in den Fokus. Bereits 41 Prozent der befragten Travel Professionals identifizieren proaktiv Anwendungsfälle für Künstliche Intelligenz (KI). Die beliebtesten Einsatzgebiete sind dabei Datenanalyse und Reporting, prädiktive Analysen, Tarifoptimierung sowie die automatisierte Spesenabrechnung. Technologie wird somit zum entscheidenden Werkzeug, um Geschäftsreisen auch in Krisenzeiten wirtschaftlich und sicher zu gestalten.

Quelle: Associations Now / GBTA

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