Geschäftsreisende müssen sich im Spätsommer und Frühherbst auf erhebliche operative Störungen im europäischen Luftverkehr einstellen. Eine Welle von Arbeitskämpfen beim Bodenpersonal, den Kabinencrews und der Flugsicherung trifft auf ein ohnehin maximal ausgelastetes System. Die Kombination aus punktuellen Streiks und fehlenden Reservekapazitäten der Airlines führt unweigerlich zu Kaskadeneffekten, die auch Reisende betreffen, deren Flüge nicht direkt bestreikt werden.
Ein Schwerpunkt der Störungen ist Spanien. Am Flughafen Madrid-Barajas (MAD) streikt das Wartungspersonal des automatisierten Gepäckabfertigungssystems (SATE) noch bis Ende September. Die Ausstände finden jeweils donnerstags, freitags und sonntags in den Zeitfenstern 05:00–07:00 Uhr und 13:00–15:00 Uhr statt. Betroffen sind die Terminals 1, 2 und 3 sowie das T4. Zwar wurden Mindestdienste von 50 Prozent angeordnet, dennoch müssen Passagiere mit massiven Verzögerungen bei der Gepäckausgabe und möglichen Gepäckverlusten rechnen. Bereits Anfang August hatten Streiks der Swissport-Bodenabfertigung auf Palma de Mallorca für Chaos gesorgt.
Auch Italien bereitet Travel Managern Sorgen. Für den 13. September 2026 ist ein 24-stündiger Streik des Sicherheitspersonals (ADR Security) an den römischen Flughäfen Fiumicino (FCO) und Ciampino (CIA) angekündigt, was zu extremen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen führen wird. Gravierender sind die Aussichten für den 30. September: An diesem Tag streiken die Mitarbeiter der italienischen Flugsicherung (ENAV und Techno Sky) landesweit von 13:00 bis 17:00 Uhr. Dies wird nicht nur Flüge von und nach Italien, sondern auch den Überflugverkehr (Overflights) im italienischen Luftraum massiv beeinträchtigen.
Handlungsempfehlungen
Travel Risk Manager sollten die Streikdaten proaktiv in ihre Reiseplanungssysteme integrieren und Reisende vorab warnen. Für Flüge über Madrid (MAD) an den Streiktagen (Do/Fr/So) gilt die strikte Empfehlung, ausschließlich mit Handgepäck (Carry-on) zu reisen, um das Risiko von Gepäckverlusten zu minimieren. Für den 13. September in Rom müssen Reisende mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Für den 30. September (Flugsicherungsstreik Italien) sollten wichtige Geschäftstermine in Italien auf den Vormittag oder den Folgetag verlegt werden, da der Nachmittagsverkehr voraussichtlich weitgehend zum Erliegen kommt.
Quelle
© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.