Der Flughafen Barcelona-El Prat (BCN) steht im Zentrum massiver operativer Störungen, nachdem das Bodenabfertigungsunternehmen Groundforce am 4. August 2026 einen unbefristeten Streik begonnen hat. Betroffen sind rund 1.200 Mitarbeiter, die für Check-in, Gepäckabfertigung, Boarding und die Koordination der Flugzeugabfertigung (Turnaround) zuständig sind. Die Gewerkschaften begründen den Ausstand mit exzessiver Arbeitsbelastung, unbezahlten Überstunden, unzureichenden Ruhezeiten und wachsenden Sicherheitsbedenken. Groundforce fertigt in Barcelona rund 20 internationale Fluggesellschaften ab, darunter Schwergewichte wie die Lufthansa Group, Air France, KLM, Turkish Airlines, Qatar Airways und United Airlines.
Die Auswirkungen auf den Sommerreiseverkehr sind erheblich. Die spanische Regierung hat zwar sogenannte Mindestdienste angeordnet, die je nach Flugstrecke zwischen 35 Prozent (für innerspanische Flüge mit Bahn-Alternative) und 58 Prozent (für internationale Verbindungen) liegen, um einen vollständigen Kollaps zu verhindern. Dennoch kam es bereits am ersten Streiktag zur Streichung von 20 Flügen, primär nach Deutschland, Italien und Österreich. Zwei Flüge mussten den Flughafen ohne aufgegebenes Gepäck verlassen. Fluggesellschaften warnen vor anhaltenden Verspätungen, überlasteten Check-in-Schaltern und massiven Problemen bei der Gepäckausgabe, die sich über den gesamten August und September hinziehen könnten. Schätzungen zufolge könnten bis zu zwei Millionen Passagiere von den Einschränkungen betroffen sein. Airlines wie Vueling und Ryanair, die andere Abfertiger nutzen, sind zwar nicht direkt bestreikt, leiden aber unter der allgemeinen Überlastung der Flughafeninfrastruktur.
Für Unternehmen mit Geschäftsreisenden nach Katalonien stellt die Unbefristetheit des Streiks ein schwer kalkulierbares Risiko dar. Da es sich um einen Kernbereich der Abfertigung handelt, können selbst pünktlich ankommende Flüge stundenlang auf dem Vorfeld auf eine freie Position oder die Gepäckentladung warten.
Handlungsempfehlungen
Travel Manager sollten für Reisen nach Barcelona bis auf Weiteres flexible Tarife buchen und Reisende anweisen, ausschließlich mit Handgepäck zu fliegen, um die Gepäckabfertigung vollständig zu umgehen.
Reisende sollten digitale Bordkarten nutzen und sich auf erhebliche Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle und am Gate einstellen.
Travel Risk Manager sollten alternative Anreiserouten über die Flughäfen Girona oder Reus prüfen oder für innerspanische Verbindungen (insbesondere ab Madrid) konsequent auf den Hochgeschwindigkeitszug AVE ausweichen.
Quelle
TravelMole (05.08.2026)
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