Rückläufige nationale und internationale Buchungen, schrumpfende Budgets und zunehmende Last-Minute-Buchungen zeigen, dass Reisende vorsichtiger werden – und der US-Wirtschaft möglicherweise Probleme bevorstehen.

Die Anzeichen werden immer deutlicher: Trumps restriktive Einreisepolitik und eskalierende globale Spannungen bringen die US-Reiseindustrie in Schwierigkeiten. Deutlich weniger internationale Gäste sorgen laut einer Prognose des World Travel & Tourism Council (WTTC) für 12,5 Mrd. US-Dollar Verlust an Tourismuseinnahmen, was die gesamte US-Wirtschaft in Wellenbewegungen zu spüren bekommt.

Die Verluste könnten nach neuesten Schätzungen von Forbes sogar noch wesentlich höher ausfallen. Basierend auf Berechnungen von Tourism Economics, eine Abteilung von Oxford Economics, könnten die USA in diesem Jahr einen Einnahmeverlust zwischen 25 und 29 Mrd. US-Dollar aufgrund ausbleibender internationaler Besucher erleiden. Tourism Economics spricht in seiner jüngsten Verlautbarung davon, dass Zölle, Reiseverbote, die aufrührerischen Rhetorik und die harte Einwanderungspolitik von Präsident Trump zusammen eine erschreckende Wirkung auf ausländische Besucher haben – „und es gibt kaum Anzeichen für eine baldige Umkehrung.“

Sollte die US-Regierung ihre Politik nicht ändern und Maßnahmen zur Wiederherstellung des Vertrauens internationaler Reisender ergreifen, droht im nächsten Jahr sogar ein noch größeres Debakel: Denn 2026 sollte ein Jahr der Superlative werden, was anlässlich großer Ereignisse wie der 250-Jahr-Feier der USA, des 100-jährigen Jubiläums der legendären Route 66 oder sportlicher Großveranstaltungen wie der Fussball-Weltmeisterschaft (11.06. bis 19.07.2026) unzählige Ausländer ins Land locken sollte. Unter den augenblicklichen Voraussetzungen drohen die USA in den nächsten Jahren aber zum größten touristischen Verlierer weltweit zu werden.

Neben den zwölf Ländern, für die Präsident Trump ein Einreiseverbot verhängt hat, schwächeln auch andere Märkte deutlich: Einreisen aus Kanada gingen im Mai um fast 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, ebenso die Ankünfte aus Frankreich oder Deutschland (um ca. 5 %).

Aber auch der Inlandstourismus schwächelt erheblich. US-Verbraucher sind verunsichert, TSA-Daten zeigen erstmals seit Corona einen Rückgang von Flugpassagieren in den letzten 90 Tagen. Vermutet wird ein „Trade-Down-Trend“ beim Urlaub: US-Bürger verzichten zwar nicht ganz auf ihre Ferien, aber sie entscheiden sich für nähere, kürzere und billigere Alternativen wie Roadtrips und Campingplätze statt Hotels.

Passend dazu steigt die Nachfrage nach Last-Minute-Angeboten. Beispielsweise vermelden die Buchungsplattform Booking und die Hyatt Hotelgruppe einheitlich kürzere Aufenthalte und mehr Last-Minute-Buchungen, was das Ertragsmanagement und die Preisstrategien in der Hotellerie erschwert. Obwohl die Preise für Flugtickets und Hotelaufenthalte zwischen April und Mai gesunken sind (Bureau of Labor Statistics), zeigen die Daten der Bank of Amerika den stärksten Rückgang der Reiseausgaben unter Amerikanern mit niedrigem Einkommen. Ein klares Indiz dafür, dass Inflationsängste und politische Unsicherheit das Vertrauen der Verbraucher dämpfen. Ökonomen warnen bereits davor, dass diese Verschiebung ein früher Indikator für eine breitere wirtschaftliche Abkühlung sein könnte.

(red)

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