Das US-Außenministerium hat das im Jahr 2025 als Pilotprojekt gestartete Visa-Bond-Programm dauerhaft in Kraft gesetzt. Diese Regelung erlaubt es Konsularbeamten, von Antragstellern für Touristen- und Geschäftsvisa (B1/B2) aus 50 definierten Staaten die Hinterlegung einer Kaution von bis zu 20.000 US-Dollar zu verlangen. Die Summe verfällt, sollte der Reisende die Aufenthaltsdauer überschreiten oder gegen andere Visabestimmungen verstoßen. Ziel der Maßnahme ist es laut US-Regierung, die Quote der sogenannten „Overstays“ aus Staaten mit historisch hohen Überschreitungsraten oder Defiziten im Informationsaustausch zu senken. Die 50 betroffenen Länder liegen überwiegend in Afrika, vereinzelt auch in Asien, Zentralasien und Lateinamerika.

Die U.S. Travel Association, der Dachverband der amerikanischen Reiseindustrie, schlägt nun Alarm. Präsident Geoff Freeman äußerte gegenüber Reuters tiefe Besorgnis über Bestrebungen, das Programm auf weitere visumpflichtige Staaten auszuweiten. Obwohl die aktuell 50 gelisteten Länder weniger als zwei Prozent der internationalen Besucher in den USA ausmachen, sind die Auswirkungen auf diese Märkte drastisch: In den ersten zehn Monaten des Pilotprojekts brachen die Visa-Erteilungen für Staatsangehörige der betroffenen Länder um 83 Prozent ein. Die Zahl der Overstays sank im gleichen Zeitraum von 45.488 auf unter 50 Fälle.

Für die US-Reisebranche kommt die Verfestigung solcher Hürden zur Unzeit. Der internationale Reiseverkehr in die USA ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Insbesondere der asiatische Markt liegt noch immer bei nur 50 Prozent des Niveaus von 2019. Die Sorge der Industrie ist, dass eine Ausweitung der Kautionspflicht auf wirtschaftlich stärkere, aber visumpflichtige Staaten (wie beispielsweise Indien oder China) den Geschäftsreise- und Kongresstourismus massiv beschädigen würde. Das Außenministerium behält sich vor, die Liste der betroffenen Länder mit einer Frist von nur 15 Tagen anzupassen.

Handlungsempfehlungen

Travel Manager und Global Mobility Verantwortliche sollten die Liste der 50 betroffenen Staaten prüfen, falls das Unternehmen Mitarbeiter aus diesen Ländern in die USA entsendet. Es müssen Prozesse etabliert werden, um die Kautionszahlungen (bis zu 20.000 USD pro Person) vorzustrecken und die strikte Einhaltung der Aufenthaltsdauer zur Rückerstattung sicherzustellen.

Event Manager, die internationale Konferenzen in den USA planen, sollten mit signifikanten Absagen von Teilnehmern aus den betroffenen Regionen rechnen und hybride Teilnahmeoptionen anbieten.

Quelle Reuters

© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Eine Weiterverwendung durch Dritte ist ohne ausdrückliche Genehmigung der Redaktion nicht gestattet.

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