Die Vereinigten Staaten haben ein Imageproblem bei internationalen Reisenden, das zunehmend auch den Geschäftsreisesektor und die MICE-Branche trifft. Trotz eines weltweiten Wachstums im Tourismus verzeichnen die USA im Jahr 2026 einen anhaltenden Rückgang bei internationalen Ankünften. Die Gründe dafür sind vielschichtig und stellen Travel Manager vor neue Herausforderungen bei der Planung von US-Reisen.
Ein zentraler Faktor sind die verschärften Einreise- und Visabestimmungen. Verlängerte Bearbeitungszeiten für Visa, eine Ausweitung von Einreiseverboten auf weitere Länder (seit Ende 2025 sind 39 Nationen betroffen) sowie intensivere Überprüfungen von Social-Media-Profilen an den Grenzen wirken abschreckend. Selbst Reisende aus Ländern, die am Visa Waiver Program (ESTA) teilnehmen, empfinden den Prozess zunehmend als bürokratisch und unberechenbar.
Hinzu kommen erhebliche Sicherheitsbedenken. Berichte über Kriminalität, Proteste und ein hartes Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden in einigen US-Metropolen haben das Sicherheitsgefühl internationaler Besucher nachhaltig beschädigt. Mehrere Regierungen, darunter Frankreich, Deutschland, Kanada und Großbritannien, haben bereits offizielle Reisehinweise herausgegeben, die auf potenzielle Risiken in US-Städten hinweisen.
Auch wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle. Die Kombination aus hohen Flugpreisen, stark gestiegenen Hotelkosten und der generellen Inflation in den USA macht das Land zu einer teuren Destination. Für preissensible Unternehmen, die ihre Reisebudgets strikt kontrollieren müssen, summieren sich diese Faktoren zu einer echten Hürde. Unternehmen und Veranstaltungsplaner weichen zunehmend auf alternative Destinationen aus.
Für das Travel Risk Management bedeutet dies, dass Reisen in die USA nicht mehr als unkomplizierter Standard betrachtet werden können. Unternehmen müssen längere Vorlaufzeiten für die Visabeschaffung einplanen, Reisende proaktiv über Sicherheitsrisiken vor Ort aufklären und bei der Budgetplanung die deutlich gestiegenen Nebenkosten berücksichtigen. Die USA bleiben zwar ein unverzichtbarer Wirtschaftsmarkt, doch die logistischen und sicherheitsrelevanten Hürden für Geschäftsreisen dorthin sind so hoch wie lange nicht mehr.
Quelle: Travel And Tour World
© Jörg Nubert & Wolfgang Koestner GbR, ›Geschäftsreise News‹, Foto: Pixabay/Ki-generiert/eigene Bilder. Hinweis: Bei der Recherche und Analyse dieses Beitrags wurde unterstützend AI eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung für den Inhalt liegt bei der Redaktion. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved. Nachdruck und Weitergabe an Dritte untersagt.