Die Geschäftsreisebranche in Deutschland erlebt im Jahr 2026 ein bemerkenswertes Comeback, das jedoch unter völlig neuen Vorzeichen steht. Die jüngste Geschäftsreiseanalyse des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR) verdeutlicht einen Paradigmenwechsel.
Unternehmen reisen wieder häufiger, planen ihre Trips jedoch mit einer bisher unerreichten Effizienz. Für die gesamte Reise- und Messewirtschaft birgt diese neue Kostendisziplin sowohl immense Chancen als auch einen erheblichen Anpassungsdruck.
Mit prognostizierten 116,1 Millionen Geschäftsreisen nähert sich das Volumen nach einem leichten Rückgang im Vorjahr wieder dem Niveau von 2023 an. Trotz dieser positiven Mengenentwicklung sinken die durchschnittlichen Kosten pro Reise um knapp fünf Prozent auf nunmehr 418 Euro. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Unternehmen die persönliche Präsenz vor Ort zwar weiterhin als essenziellen Wettbewerbsvorteil betrachten, die Ausgaben angesichts des anhaltenden wirtschaftlichen Kostendrucks jedoch deutlich strenger steuern.
Ein maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist der deutsche Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verantworten über drei Viertel des gesamten Reisevolumens. Um die Budgets zu schonen, fokussieren sie sich stark auf kostengünstigere und besser planbare Ziele im Inland; rund 70 Prozent ihrer Reisen finden innerhalb der Bundesrepublik statt. Parallel dazu nimmt die Internationalisierung wieder Fahrt auf, getragen vor allem von Großunternehmen. Inzwischen entfallen rund 30 Prozent der geschäftlichen Übernachtungen auf das europäische Ausland.
Für die MICE-Branche und insbesondere für Messeveranstalter bedeutet dieser Trend, dass Formate, Services und Kostenstrukturen vor Ort noch konsequenter auf Effizienz ausgerichtet werden müssen. Geschäftsreisen werden strenger priorisiert, Aufenthalte zeitlich komprimiert und Entscheidungen konsequent anhand von Kosten-Nutzen-Faktoren getroffen. Messen bieten hierbei einen unschlagbaren strategischen Vorteil: Sie ermöglichen die Bündelung mehrerer Geschäftsanlässe an einem Ort und bedienen so perfekt das aktuelle Bedürfnis nach ‚mehr Wirkung pro Trip‘.
Quelle: Auma – VDR-Geschäftsreiseanalyse
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