Die neueste Geschäftsreiseanalyse des Verbands Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) zeichnet ein überraschend positives Bild für die deutsche Wirtschaft: Trotz zweier aufeinanderfolgender Rezessionsjahre verzeichnet die Branche ein spürbares Wachstum. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 116,1 Millionen Geschäftsreisen unternommen, was einem deutlichen Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Gleichzeitig sanken die durchschnittlichen Kosten pro Reise um 4,8 Prozent auf 418 Euro. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Unternehmen zwar häufiger reisen, dabei jedoch wesentlich effizienter agieren.

Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erweisen sich als treibende Kraft dieser Entwicklung. Über drei Viertel aller Geschäftsreisen entfallen auf Firmen mit 10 bis 500 Beschäftigten. Deren Reisetätigkeit wächst mit 5,6 Prozent fast fünfmal so stark wie die von Großunternehmen. Auch die geografische Ausrichtung verschiebt sich spürbar: Der Zuwachs resultiert ausschließlich aus dem europäischen Markt. Der Anteil an Geschäftsreisen ins europäische Ausland stieg von 24 auf 30 Prozent, während Reisen in den Rest der Welt auf dem Niveau des Vorjahres verharrten. Europa etabliert sich zunehmend als erweiterter Heimatmarkt für deutsche Geschäftsbeziehungen.

Parallel dazu verändert sich das Mobilitätsverhalten grundlegend. Auf Inlandsstrecken hat die Schiene das Flugzeug deutlich überholt und erreicht mittlerweile einen Nutzungsanteil von 52 Prozent, während Inlandsflüge auf lediglich 13 Prozent zurückgegangen sind. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist zudem der messbare Wertbeitrag eines professionellen Travel Managements. Rund 59 Prozent der Unternehmen erzielen durch strukturierte Prozesse Einsparungen zwischen sechs und zehn Prozent. Bei einem Gesamtmarktvolumen von 48,6 Milliarden Euro entspricht dies einem jährlichen Einsparpotenzial von rund 3,9 Milliarden Euro.

Ein weiteres wichtiges Thema bleibt „Blended Travel“ – die Verbindung von Dienstreise und privaten Anteilen. Obwohl diese Praxis in der Unternehmensrealität längst etabliert ist, haben 72 Prozent der Unternehmen Bleisure und Workation noch nicht in ihren Reiserichtlinien verankert. Dies birgt erhebliche rechtliche Risiken in den Bereichen Haftung, Versicherung und Arbeitsrecht. Christoph Carnier, Präsident des VDR, betont die strategische Bedeutung: „Geschäftsreisen sind kein betrieblicher Overhead, sondern ein Frühindikator für Wirtschaftsdynamik. In einem Markt voller Unsicherheiten wird der persönliche Austausch zum strategischen Faktor.“

Trotz aktueller geopolitischer Herausforderungen blicken die Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Etwa 62 Prozent erwarten für das Jahr 2026 ein weiteres Wachstum der Geschäftsreisen. Die Studie bestätigt den Trend, dass persönliche Begegnungen wieder als essenzieller Bestandteil von Zusammenarbeit und Geschäftsentwicklung angesehen werden.

Quelle: VDR

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.