Die Belastung durch Geschäftsreisen ist ein oft unterschätzter Faktor, der weit über den reinen Reiseaufwand hinausgeht. Eine wachsende Zahl von Studien belegt die negativen Auswirkungen auf die mentale und physische Gesundheit von Mitarbeitern. Laut einer Untersuchung von Mental Health UK berichten 79 % der Fachkräfte von signifikanten Burnout-Symptomen, wobei Vielreisende einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind.

Die International SOS Foundation fand heraus, dass 45 % der Reisenden über erhöhte Angstzustände und emotionale Erschöpfung klagen. Dieses Phänomen, bekannt als „Präsentismus“ – die physische Anwesenheit bei gleichzeitiger mentaler Abwesenheit – verursacht laut Schätzungen allein in Südafrika Kosten von 89 Milliarden Rand pro Jahr.

Der Stress beginnt oft schon vor der eigentlichen Reise mit der Organisation von Arbeit, Familie und Administration und setzt sich während der Reise fort. Führende Unternehmen erkennen zunehmend, dass übermüdete und gestresste Mitarbeiter nicht nur weniger leistungsfähig sind, sondern auch ein Sicherheitsrisiko darstellen können. Daher rückt das Wohlbefinden der Reisenden (Traveller Wellbeing) immer stärker in den Fokus der Fürsorgepflicht (Duty of Care). Branchenverbände wie die Global Business Travel Association (GBTA) argumentieren, dass mentale und physische Gesundheit untrennbar mit dem Risikomanagement verbunden sind, da sie das Urteilsvermögen und die Konzentration auf Reisen direkt beeinflussen.

Als Reaktion darauf beginnen Unternehmen, ihre Reiserichtlinien anzupassen. Anstatt auf reine Kostenkontrolle zu setzen, werden gezielte Erholungsphasen in die Reiseplanung integriert. Dazu gehören obligatorische Pausen nach Langstreckenflügen, die Vermeidung von Nachtflügen (Red-Eye-Flights) und eng getakteten Meetings sowie die Auswahl von Hotels, die auf Wellness und Erholung ausgerichtet sind. Einige Unternehmen wie Citigroup experimentieren sogar mit strukturierten „Reset“-Perioden, um einer „Always-on“-Kultur entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen sind keine reinen Zusatzleistungen, sondern eine Investition in die Leistungsfähigkeit, die Sicherheit und die langfristige Bindung der Mitarbeiter.

Quelle: Inside Travel

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