Der Konflikt im Nahen Osten bremst die globale wirtschaftliche Erholung abrupt aus. Der aktuelle AHK World Business Outlook zeigt einen massiven Einbruch der Konjunkturerwartungen bei deutschen Unternehmen im Ausland. Energiepreise und gestörte Lieferketten rücken als Top-Risiken wieder in den Fokus.

Die geopolitischen Schockwellen aus dem Nahen Osten treffen die deutsche Wirtschaft an ihren internationalen Standorten mit voller Wucht. Das ist das zentrale Ergebnis des AHK World Business Outlooks für das Frühjahr 2026, für den die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) weltweit über 4.500 auslandsaktive Unternehmen befragt haben. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Weltwirtschaft, die nach einer kurzen Erholungsphase wieder in den Krisenmodus zurückgefallen ist.

Besonders alarmierend ist der Einbruch bei den Konjunkturerwartungen: Nur noch 21 Prozent der befragten Unternehmen rechnen für die kommenden zwölf Monate mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung an ihren internationalen Standorten. Demgegenüber gehen 32 Prozent von einer Verschlechterung aus. „Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung hat sich zerschlagen“, konstatiert Dr. Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). „Der Krieg im Nahen Osten führt uns einmal mehr vor Augen, wie anfällig global verflochtene Wertschöpfungsketten sind.“

Diese Unsicherheit schlägt sich direkt in der Investitionsbereitschaft nieder. Der Saldo der Investitionsabsichten sank von 13 auf 9 Punkte und liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 14 Punkten. Zwar planen noch 31 Prozent der Unternehmen höhere Investitionen, doch gleichzeitig wollen 22 Prozent ihren Kapitaleinsatz reduzieren (Herbst 2025: 16 Prozent).

Ein Blick auf die Geschäftsrisiken zeigt, wie stark der Nahost-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus die Agenda dominieren. Die Sorge um die Energiepreise hat sich drastisch verschärft: 46 Prozent der Unternehmen sehen in der Preisentwicklung bei Öl und Gas ein Top-Risiko – mehr als doppelt so viele wie noch in der Vorumfrage. Auch die Angst vor Lieferkettenstörungen ist mit 40 Prozent wieder deutlich präsenter. Weitere wesentliche Risikofaktoren bleiben die allgemeine Nachfrage (44 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (42 Prozent).

Interessanterweise hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage noch nicht im gleichen Maße verschlechtert wie die Erwartungen. Derzeit bewerten 39 Prozent der Betriebe ihre Lage als gut und 48 Prozent als befriedigend. Dies deutet darauf hin, dass die vollen wirtschaftlichen Konsequenzen der aktuellen Krisen bei vielen Unternehmen erst mit Verzögerung in den Bilanzen ankommen werden. Für das Travel Management bedeutet dieses Umfeld einen anhaltenden Druck zur Kostenkontrolle bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an das Risikomanagement.

Quelle: DIHK

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