Auch die zweite Septemberhälfte und der Start in den Oktober 2026 bleiben für Geschäftsreisende ereignisreich. Das Oktoberfest zieht Millionen Besucher nach München, während sich die Lage in der Golfregion durch den fortgesetzten Konflikt zwischen den USA und Iran weiter verschärft und mehrere Staaten dort inzwischen unter verschärften Reisehinweisen stehen. Gleichzeitig sorgt die UN-Generalversammlung in New York für massive Sicherheitsmaßnahmen und Sperrungen mitten in Manhattan.
Hinzu kommen politisch aufgeladene Termine: Wahlen und Jahrestage sozialer Bewegungen in mehreren Ländern, landesweite Streiks in Frankreich sowie Gedenkveranstaltungen, die in der Vergangenheit bereits zu Ausschreitungen geführt haben. Auch jüdische Feiertage und der Vorlauf zum dritten Jahrestag des 7. Oktober rücken den Objektschutz an entsprechenden Einrichtungen in Europa in den Fokus. Nicht zuletzt bringen Großveranstaltungen wie der Berlin-Marathon und die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen weiträumige Sperrungen und ein erhöhtes abstraktes Gefährdungsniveau mit sich.
Die folgende Übersicht liefert Ihnen für den Zeitraum vom 19. September bis 4. Oktober 2026 die wichtigsten Hintergründe, Risikoeinschätzungen und konkrete Handlungsempfehlungen für Ihre Reiseplanung.
| Termin (Datum) | Ort/Land | Anlass, Hintergründe und Risiken |
|---|---|---|
| 19.09.–04.10.2026 | München (Deutschland) | Oktoberfest mit erwarteten rund sechs Millionen Besuchern. 2025 führte Überfüllung zu Zugangssperren; am 01.10.2025 blieb das Gelände nach einer Sprengstoffdrohung im Zusammenhang mit einer Explosion in München-Lerchenau stundenlang geschlossen. Abstrakt hohe Terrorgefährdung, Risiken durch Gedränge, Taschendiebstahl, alkoholbedingte Gewalt und K.-o.-Tropfen. 2026 neue Sicherheitszentrale, KI-gestützte Analyse der Besucherdichte, rund 600 Polizeikräfte, Verbot großer Taschen und Messer. Empfehlung: Besuch an Wochentagen, Ausgänge einprägen, Wertsachen minimieren. |
| 21.09.–04.10.2026 | Golfregion und Naher Osten (u. a. Kuwait, Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Jordanien, Irak, Rotes Meer) | Fortgesetzter Krieg zwischen den USA und Iran seit Februar 2026; die Waffenruhe brach im Juli zusammen. Anfang September iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf Jordanien, Bahrain, Kuwait und Irak, Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien und Inselbesetzungen im Roten Meer. Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen nach Kuwait ab; für weitere Staaten der Region gelten verschärfte Sicherheitshinweise. Risiken: kurzfristige Luftraumsperrungen, Flugausfälle an Drehkreuzen, Anschläge auf US-nahe Einrichtungen. Empfehlung: Registrierung in ELEFAND, flexible Tarife, Transitalternativen prüfen. |
| 22.09.–28.09.2026 | New York (USA) | Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung unter Teilnahme zahlreicher Staats- und Regierungschefs. Höchste Sicherheitsstufe in Manhattan mit weiträumigen Straßensperrungen um das UN-Hauptquartier (East Side, Midtown) und erheblichen Verkehrsbehinderungen. Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs sind zahlreiche Demonstrationen und Gegenkundgebungen zu erwarten; erhöhte abstrakte Terrorgefährdung. Empfehlung: Unterkünfte außerhalb der Sperrzonen wählen, U-Bahn nutzen, großzügige Zeitpuffer einplanen, Kundgebungen meiden. |
| 23.09.2026 (Wahl) und 27.09.2026 (Jahrestag) | Marokko (landesweit, v. a. Casablanca, Rabat, Agadir) | Parlamentswahl zum Repräsentantenhaus (395 Sitze), rund ein Jahr nach den landesweiten Jugendprotesten der Bewegung „GenZ 212“ (Beginn 27.09.2025) mit drei Todesopfern, zahlreichen Verletzten und Hunderten Festnahmen. Die Kernforderungen zu Gesundheit, Bildung und Korruption gelten als unerfüllt; Behörden gingen zuletzt gegen Protestteilnehmer sowie pro-iranische Kundgebungen vor. Spontane Proteste um Wahltag und Jahrestag sind möglich. Empfehlung: Menschenansammlungen und Wahllokale meiden, Lokalmedien verfolgen, Ausweisdokumente mitführen. |
| 25.09.–04.10.2026 | Europa (jüdische und israelische Einrichtungen, u. a. Deutschland, Großbritannien, Frankreich) | Jüdische Feiertage Sukkot (25.09.–02.10.) sowie Schemini Azeret/Simchat Tora (bis 04.10.), zudem Vorlauf zum dritten Jahrestag des 7. Oktober (2023). Israels Nationaler Sicherheitsrat warnt vor erhöhter Terrorgefahr durch Iran, dessen Verbündete und dschihadistische Einzeltäter. Am 02.10.2025 (Jom Kippur) wurden bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Manchester zwei Menschen getötet; antisemitische Vorfälle nehmen deutlich zu. Behörden verstärken den Objektschutz. Empfehlung: im Umfeld von Synagogen, israelischen Einrichtungen und Kundgebungen erhöhte Aufmerksamkeit. |
| 26.09.2026 und 29.09.2026 | Frankreich (landesweit, v. a. Paris) | Bahngewerkschaften rufen für den 26.09. zu einem Streik auf; am 29.09. landesweiter Streik- und Aktionstag von acht Gewerkschaften im öffentlichen Dienst gegen den Haushaltsentwurf 2027 und für Lohnerhöhungen. Zu erwarten sind Demonstrationen in Paris und weiteren Großstädten sowie Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr, bei Behörden und Schulen. Bei früheren Mobilisierungen kam es wiederholt zu Ausschreitungen autonomer Gruppen, Tränengaseinsätzen und Blockaden. Empfehlung: Verbindungen kurzfristig prüfen, Demonstrationsrouten meiden. |
| 26.09.–27.09.2026 | Berlin (Deutschland) | Berlin-Marathon (Inline-Skating 26.09., Lauf 27.09.) mit über 56.000 Teilnehmenden aus mehr als 160 Staaten und bis zu einer Million Zuschauern. Weiträumige Straßensperrungen in der Innenstadt und Einschränkungen im Busverkehr. Abstrakt hohe Gefährdung durch Anschläge auf Menschenmengen, u. a. mittels Fahrzeugen; Referenz: Anschlag auf den Boston-Marathon 2013. Nach der Abgeordnetenhauswahl am 20.09. sind zudem politische Kundgebungen möglich. Empfehlung: Anreise mit S- und U-Bahn, Zeitpuffer einplanen, Sammelpunkt vereinbaren. |
| 02.10.2026 | Mexiko-Stadt (Mexiko) | Jährlicher Gedenkmarsch an das Massaker von Tlatelolco (1968) in Richtung Zócalo. 2025 kam es bei über 10.000 Teilnehmenden zu schweren Ausschreitungen durch rund 350 Vermummte mit Molotowcocktails, Pyrotechnik und Plünderungen; 94 Polizeikräfte und 29 Zivilpersonen wurden verletzt. Erneute Gewalt, Sachbeschädigungen und Straßensperrungen im historischen Zentrum und entlang der Marschroute (u. a. Avenida Juárez) sind wahrscheinlich. Allgemein hohe Gewaltkriminalität. Empfehlung: Centro Histórico ganztägig meiden, Hotels außerhalb des Zentrums wählen. |
| 02.10.–04.10.2026 | Bremen (Deutschland) | Zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit mit Bürgerfest und Festakt am 03.10. unter Teilnahme der Verfassungsorgane; erwartet werden bis zu 500.000 Besucher. Weiträumige Sperrungen in der Innenstadt (u. a. Am Wall, Altenwall, Osterdeich, Wilhelm-Kaisen-Brücke) und hohe Polizeipräsenz. Abstrakt hohe Gefährdung durch islamistische Einzeltäter und Fahrzeugangriffe; Protestaktionen aus dem links- und rechtsextremistischen Spektrum sowie Kundgebungen zum Nahostkonflikt möglich. Empfehlung: öffentlichen Nahverkehr nutzen, Gepäck reduzieren, Sperrzonen beachten. |
| 04.10.2026 | Brasilien (landesweit, v. a. Brasília, São Paulo, Rio de Janeiro) | Erster Wahlgang der Präsidentschafts-, Kongress- und Gouverneurswahlen; Stichwahl voraussichtlich am 25.10. Stark polarisierter Wahlkampf zwischen Amtsinhaber Lula da Silva und Flávio Bolsonaro bei knappen Umfragewerten. Nach der Wahl 2022 folgten Straßenblockaden und am 08.01.2023 der Sturm auf Regierungsgebäude in Brasília. Politisch motivierte Gewalt, Kundgebungen und Blockaden sind möglich; regional gelten Alkoholverkaufsverbote. Empfehlung: Wahlveranstaltungen und politische Diskussionen meiden, Fahrtrouten flexibel planen. |
| 04.10.2026 | Tiflis (Georgien) | Erster Jahrestag des Versuchs regierungskritischer Demonstranten, am 04.10.2025 den Präsidentenpalast zu stürmen; die Polizei setzte Wasserwerfer und Reizgas ein, Organisatoren wurden festgenommen. Die proeuropäischen Proteste gegen die Regierungspartei „Georgischer Traum“ dauern seit November 2024 täglich an, v. a. auf der Rustaweli-Allee; die Opposition kündigte jüngst eine vereinte Bewegung an. Erneute Großkundgebungen, gewaltsame Auflösungen und Festnahmen sind möglich. Empfehlung: Rustaweli-Allee und Parlamentsumfeld meiden, Polizeieinsätze nicht fotografieren. |
| Stand: 15.09.2026 · Zeitraum KW 39–40/2026 (21.09.–04.10.2026) |
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